1. az-online.de
  2. Isenhagener Land
  3. Hankensbüttel

„Schatzkästchen“ mit ungewisser Zukunft

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Kathrin Wehmann (r.) kennt jedes Buch in der Bibliothek im Gymnasium Hankensbüttel. Sie hat alle erfasst und einsortiert. © Peter

Hankensbüttel - Von Sabine Peter. Mit etwa 23 000 Büchern gehört die Schulbibliothek im Gymnasium Hankensbüttel zu den größten Schulbüchereien in Niedersachsen, die in Eigeninitiative geführt werden. Und die Einrichtung soll noch weiter wachsen. Der Haken: Die Führung der Bücherei ist ständig gefährdet, da das Gymnasium dafür keine Stelle bekommt.

Seit 2006 arbeitet Kathrin Wehmann in der Schulbibliothek. Die Hartz IV-Empfängerin bekommt eine Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit dort. Vier Stunden täglich ist Wehmann in der Bücherei, bleibt aber oft länger, wie sie sagt, da das Arbeitspensum mehr Zeit benötigt. Außerdem möchten die Schüler die Bibliothek gern länger nutzen als es die Arbeitszeit von Wehmann vorsieht.

„Wenn sie nicht da ist, ist die Bibliothek zu“, sagt Lehrkraft Antje Krummel, die die Bücherei offiziell leitet. Der große Wunsch des Gymnasiums ist deshalb die Schaffung einer festen Stelle, bestenfalls durch Kathrin Wehmann besetzt. Beim Landkreis als Schulträger hatte man mit dieser Forderung aber bisher kein Glück, auch eine Elterninitiative sei abgeblitzt. „Ich arbeite hier gern“, sagt Wehmann, „Das ist mein zweites Zuhause.“ Die Aufwandsentschädigung, die der Elternrat ihr zahlt, reicht zum Leben natürlich nicht. Sollte Wehmann eine Arbeitsstelle finden, stünde sie nicht mehr für die Schulbibliothek zur Verfügung und diese müsste schließen. Krummel findet durch ihre Arbeit als Lehrerin kaum Zeit dafür. Kathrin Wehmann leitet zudem die Bibliothekshelfer-AG.

Dasselbe Szenario würde sich ereignen, wenn kein Geld mehr für die Aufwandsentschädigung vorhanden ist. Beim Sponsorenlauf am 10. Mai (das IK berichtete) soll daher auch hierfür Geld in die Kasse kommen. „Optimum wäre eine ganze Stelle“, sagt auch Schulleiter Martin Hille. „Der Schulträger muss erkennen, dass es hier ein Kleinod in der Schullandschaft gibt.“ Nicht nur die Schüler nutzen die Computer in der Bibliothek und die Bände zum Recherchieren, auch die Lehrer greifen gern auf die Fachzeitschriften und DVDs zurück, sagt Krummel. Hilfreich sei die Bibliothek auch für die Referendare. „Das Schatzkästchen“ sei seit Jahren in Gefahr. Für die Bücher und Regal gebe der Landkreis finanzielle Mittel. Im Gymnasium hofft man nun, die Führung der Bibliothek über das Ganztagsangebot retten zu können. Ariane Eggelmann hilft als engagierte Mutter ab und an mit in der Bibliothek. Das Problem besteht am Gymnasium schon lange. Seit Wehmann dort ihre Arbeit aufnahm, kämpfen Schule und Eltern um den Fortbestand.

Im Rahmen der Baumaßnahmen am Gymnasium soll die Bibliothek vergrößert werden. Der angrenzende Medienraum soll mit hinzugewonnen werden. Ein neuer Medienraum soll dafür an anderer Stelle im Gymnasium untergebracht werden.

Laut Karsten Kreutzberg, Fachbereichsleiter Schule beim Landkreis, seien die Schulbibliotheken nicht Aufgabe des Schulträgers, daher könne der Landkreis auch kein Personal dafür stellen.

Auch interessant

Kommentare