Steinhorst: Ökologische Beeinträchtigungen laut Kreis noch nicht zu beziffern

Schaden am Wehr ist gering

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„Schwarze Welle“ in der Lachte in Steinhorst: Laut Landrat Dr. Andreas Ebel lässt sich der ökologische Schaden nach dem Vorfall am Montag vergangener Woche derzeit noch nicht beziffern.

Steinhorst. Eine „schwarze Welle“ war vergangene Woche Montag erneut die Lachte hinuntergelaufen (das IK berichtete) – wie schon im Mai 2015. Inzwischen zeichnet sich das Schadensbild an der Wehranlage in Steinhorst und im Gewässer etwas genauer ab.

Der Schaden an der Wehranlage ist laut Ebel gering: Inzwischen sei die Anlage repariert worden.

Zunächst war befürchtet worden, dass die rechte Seite des Wehres an der Mühle gebrochen sein könnte. „Diese ursprüngliche Nachricht hat sich vor Ort relativiert“, erläuterte Landrat Dr. Andreas Ebel gegenüber dem IK. Die Wehranlage habe nur insoweit Schaden genommen, dass beim rechten der vier Wehrfelder die Staubohlen gebrochen und weggeschwemmt worden seien. „Daraufhin hat sich der Rückstaubereich der Mühle Steinhorst, der so genannte Mühlenteich, entleert, was sicherlich auch einen Schwall in der Lachte ausgelöst hat“, so Ebel. Der Schaden an der Wehranlage sei als gering zu bewerten. Diese sei inzwischen repariert worden.

Der ökologische Schaden hingegen ist nach Angaben des Landrates derzeit noch nicht zu beziffern: Im Gegensatz zum Ereignis im Mai 2015, als seinerzeit die Wehranlage aufgerissen wurde und es durch Schlammabtrieb zu einem Fischsterben gekommen ist, seien durch die jetzige Havarie an der Wehranlage keine Schäden bekannt. Der Unterhaltungsverband Lachte hat in Person von Verbandsbiologe Dr. Reinhard Altmüller den Unterlauf der Lachte untersucht und keine toten Individuen gefunden. „Wie sich aber der durch den Bruch der Wehrtafel ausgelöste Wasserschwall auf die Population der in der Lachte vorkommenden Kleinlebewesen ausgewirkt hat, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden“, sagte Ebel. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz betreibe unterhalb der Steinhorster Ortslage eine Gewässergütemessstelle. Erst bei den folgenden Untersuchungen werden etwaige Auswirkungen auf die Population der entsprechenden Arten feststellen können.

„Um ähnliche Havarien künftig zu vermeiden, wird die untere Wasserbehörde die Eigentümer der Mühle und Betreiber der Wehranlage auffordern, diese wieder in Stand zu setzen und in diesem Zuge die anderen maroden Wehrtafeln zu ersetzen“, hält der Landrat fest.

Von Paul Gerlach

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