Ortsdurchfahrt wird laut Bürgermeister nicht erkannt / Tempomesstafel liefert Daten

Repke kämpft mit Rasern

An der B 244 schießen viele Fahrer gerne möglicht zügig durch Repke durch.
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An der B 244 schießen viele Fahrer gerne möglicht zügig durch Repke durch.

Repke – Man muss nicht lange an der B 244 in Repke stehen, bis das erste Fahrzeug deutlich zu schnell durch den Ort rast.

Ein Problem, welches sowohl Anwohner als auch Bürgermeister Bernd Rodewald (FWD) stört, wie er im IK-Gespräch erzählt: „Es ist ein Fakt, dass viel zu schnell gefahren wird.“

Rodewald hat Geschwindigkeitsmessungen über eine Messtafel ausgewertet. Und die Ergebnisse untermauern seine Einschätzung, wie er erklärt. Zwar habe er die genaue Prozentzahl noch nicht errechnet, aber etwa 70 bis 80 Prozent sind zu schnell unterwegs.

Spitzenreiter mit Tempo 140 unterwegs

Häufig wohl „nur“ 10 bis 20 Kilometer pro Stunde. Allerdings gab es auch einige Fahrer, die deutlich zu schnell unterwegs waren. Spitzenwert: 140 Stundenkilometer. „Viele merken glaube ich nicht, dass sie gerade durch Repke fahren“, glaubt Rodewald. Denn auch beiden Seiten der B 244 stehen lediglich ein paar Gebäude, bevor es wieder aus dem Ort hinausgeht. „Das wirkt dann vielleicht wie ein Gehöft.“

Bei Geschwindigkeitsmessungen sind viele Fahrer aufgefallen, die teilweise deutlich zu schnell unterwegs waren.

Die Ortsdurchfahrt werde wohl schlicht nicht erkannt. Den Unmut über den Zustand für die Anwohner kann er jedenfalls verstehen. Pro Tag fahren etwa 3000 bis 4000 Fahrzeuge durch den Ort, darunter auch viele Lkw. Repke liegt genau auf der Verbindung zwischen Celle und der Altmark, auch Pendler die im Nordkreis arbeiten fahren hierdurch.

Blitzer anschaffen nicht so einfach

Bei so einer Situation steht die Frage nach einem Blitzer natürlich im Raum. Aber schlicht eine Radarfalle aufzustellen sei eben nicht so einfach, erklärt Rodewald. Dies habe mehrere Gründe. Zum einen handelt es sich bei Repke nicht um einen Unfallschwerpunkt, sprich, eine Häufung von mehreren Unfällen in einem Zeitraum von mehreren Jahren ist nicht erkennbar.

Daher müsste die Gemeinde den Blitzer selbst anschaffen. Eine Genehmigung sei nicht das Problem – die Finanzierung des Ganzen dafür schon.

„Wir reden hier nicht nur von den Anschaffungskosten“, erklärt Rodewald. Hinzu käme das Geld für Personal, die die Bescheide ausstellen. Ein Verwaltungsfachangestellter koste im Jahr etwa 30 000 bis 40  000 Euro. Zumal die Bescheide rechtlich unanfechtbar verfasst werden müssten. Möglicherweise könnten so zwar Einnahmen generiert werden.

Wunsch nach mehr Kontrollen

Doch eigentlich wünscht sich Rodewald, das mehr kontrolliert wird. Mit der Polizei habe er ebenso telefoniert wie mit dem Straßenverkehrsamt in Wolfenbüttel, in der Hoffnung man könne ihm dort weiterhelfen. Doch bisher ohne Erfolg.

Was ihn besonders ärgert: „Es muss immer erst was passieren, bis gehandelt wird.“ Auch wenn das Problem bereits bekannt ist.

Polizei will Hinweisen nachgehen

Thomas Reuter, Sprecher der Polizei in Gifhorn, sagt auf Anfrage des IK zu der Situation in Repke: „Wir haben im Landkreis Gifhorn mehrere 1000 Kilometer. Dort immer alles zur selben Zeit zu überprüfen geht nicht.“ Für Hinweise aus der Bevölkerung sei man deswegen dankbar, diesen würde man dann auch nachgehen. Daten, wie Rodewald sie gesammelt hat, seien sogar noch besser.

Orte wie Repke gebe es einige im Landkreis Gifhorn, als Beispiel nennt Reuter etwa Vollbüttel im Südkreis. Man werde daher versuchen, nach Erhalt der Daten in Zukunft in Repke Geschwindigkeitskontrollen vorzunehmen.

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