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Räume zum Begegnen

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Auf geht es: Arnd Meyer (Mitte), Vorsitzender des Gewerbevereins, beim Start des Sofarennens am Samstagabend.

Hankensbüttel. Als Schlachtenbummler die Teams beim spektakulären Sofarennen anfeuern, erste Schritte beim Irish Dance wagen, sich vom märchenhaften Theaterspiel gefangen nehmen lassen oder den gegnerischen König beim royalen Spiel auf 64 Feldern im Hankensbütteler Musental schachmatt setzen …

Mit Aktionen wie den genannten und etlichen Highlights präsentierte sich das Heidmärkerfest am Wochenende in Hankensbüttel allemal attraktiv, abwechslungsreich und multikulturell.

Schachmatt gefühlt haben dürften sich nicht allein jene Besucher, die auf der Festmeile nichts ausließen und die Runde um Runde drehten, sondern wohl auch die erfahrenen Macher des ausgefeilten Spektakels: Der selbstbewusste agierende Arbeitskreis, der professionell geplant und organisiert hatte, mit Antje Wieckenberg, Elke Röling, Gunda Wolter, Martina Quelle-Schwankhaus, Ira Tolstichin und Arnd Meyer, Vorsitzender des Gewerbevereins.

Das Kulturprogramm war anspruchsvoll und das Motto des Heidmärkerfestes wichtig, auch sensibel: „Wir leben zusammen, wir gestalten zusammen.“ Menschen aus 40 Staaten leben in der Samtgemeinde Hankensbüttel zusammen. Beate Harms skizzierte in ihrer Eröffnungsrede, wie das ABC des Miteinanders aussehen könnte. „Nicht ausgrenzen, sondern akzeptieren“, sagte Hankensbüttels Bürgermeisterin.

„Denkmuster sind zu ändern, Chancen zu nutzen.“ Sicherheit zu geben, sei wichtig, Gemeinsamkeiten zu genießen und Räume für Begegnungen zu schaffen – darauf käme es an, betonte Harms unter anderem.

Ihr sehr vertraute Worte folgten. „Chers amis du Mesnil, soyez les bienvenus …“ rief die Hankensbüttelerin den Gästen aus der französischen Partnerstadt Le Mesnil St Denis zu. Präsident Gérald Adeline war mit seiner Familie gekommen, auch Jean-Claude Giradin und das Ehepaar Routier. Und Hankensbüttels Oberhaupt begrüßte viele Ehrengäste, Landtagsabgeordnete, Vertreter der Kreisverwaltung, Bürgermeister aus den Nachbardörfern, Ratsfrauen und -männer. Kurz: Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kirche und dazu zahlreiche Hankensbütteler Bürger.

Räume sich zu begegnen, bot das Fest in vielfältiger Weise: Der Musikzug Hankensbüttel intonierte zur Eröffnung „Mit uns durch die Welt.“ Die Oldie Company-Band ließ internationale Rock- und Pop-Hits vom Feinsten folgen. Ein Höhepunkt war gestern der Freiluftgottesdienst „Miteinander aus der Kraft Gottes“ mit Gemeinschaftspastor Thomas Dallendörfer, Pastorin Monika Krösche und den Posaunenchören Hankensbüttel und Ling-/ Langwedel sowie dem Kirchenchor „Cantate“.

„Es ist gut, wenn wir die Dinge gemeinsam tun. Je komplexer die Welt ist, umso wichtiger und notwendiger wird es zusammenzuarbeiten. Eine große multikulturelle Gesellschaft mit unterschiedlichen Gruppen und Personen zusammenzuhalten, braucht Kraft. Es braucht manchmal mehr davon, als die Arbeit oder das Projekt an sich, predigte Dallendörfer. „Wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenkommen, braucht es Kraft um das „Fremde“ zu tragen“, fügte er hinzu.

Der Frauenchor Hankensbüttel sang gestern mit dem Drushba-Chor gemeinsam. „Wir gestalten zusammen“ – das war das Motto der Chöre und ihre Botschaft. Zu sehen und zu hören waren zudem orientalischer Tanz der Tanzwerkstatt des Sport Points Wittingen, der Drushba-Chor kam melancholisch-dynamisch daher, der Männerchor Hankensbüttel fand: „Schön ist die Heimat“, während der Frauenchor Wesendorf zum bunten Reigen aufforderte: „Oh Enrico, tanz mit mir!“

Von Jürgen Kayser

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