Reihe von Attacken auf Schnucken

Bei Räderloh und Bargfeld: 41 Tiere in 6 Wochen gerissen

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Einige der Heidschnucken von Züchter Matthias Müller, die bei Räderloh gerissen worden sind.

Räderloh/Bargfeld – Schafzüchter Matthias Müller weiß langsam nicht mehr weiter: 41 tote Tiere hat er seit Mitte Oktober zu beklagen. Die Attacken hätten sich alle drei bis vier Tage ereignet. Er geht davon aus, dass sich ein Wolfsrudel in der Nähe niedergelassen hat.

Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.

Ursprünglich waren es 300 Tiere gewesen, die Müller bei Räderloh und Bargfeld stehen hat. Etwa ein Dutzend verletzte oder nach den Attacken verhaltensauffällige graue gehörnte Heidschnucken hat Müller extra in einem kleinen Stall auf einer Wiese bei Räderloh einquartiert, um sie dort besser versorgen zu können. Seit 1996 züchtet er, ökonomisch sei das aber nicht vernünftig und auch nur dank Zuschüssen möglich. „Unter dem Wolfsdruck ist das Ganze praktisch nicht mehr durchführbar.“ Er habe überlegt, aufzuhören, müsse aber weitermachen, weil er auf die Einkünfte angewiesen sei. „Man ist mit Handschellen an den eigenen Zaun gefesselt.“

Müller wünscht sich einen anderen Wolfsmanagementplan, die Politik müsse dafür den Mut aufbringen. Er ist für wenige Wölfe in immer weniger Kulturlandschaft. Eine weitere Vermehrung der „zu hohen“ Wolfspopulation „können wir uns nicht leisten“, ist Müller überzeugt.

Wolfsberater Karl-Gustav Laser, der mehrfach vor Ort gewesen ist, sagt dem IK zu den Vorfällen: „Vermutlich war es der Wolf. Es spricht einiges dafür.“ Die DNA-Analyse steht noch aus. Die Zahl der Vorfälle sei ziemlich erheblich. Er sei sich nicht so sicher, dass es sich um ein Rudel handelt. Ausschließen könne er es nicht.

VON PAUL GERLACH

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