Kinderbetreuung: Kommunen im Isenhagener Land sind mit Stand des Ausbaus zufrieden

„Quote wird erfüllt werden können“

Rund um die Uhr Programm: Tagesmutter Claudia Rodewald mit Lea und Lasse. Foto: Gerlach

Isenhagener Land/Weddersehl. Lea und Lasse toben ausgelassen durch die Wohnung. Aus ein paar Holzkisten und Decken werden schnell zwei Brücken über reißende Flüsse, die es zu überqueren gilt. Die Vierjährige und der Einjährige lassen ihrer Fantasie freien Lauf.

Tagesmutter Claudia Rodewald aus Weddersehl hat die beiden stets im Auge. Die 50-Jährige sagt: „Ich arbeite bei der Betreuung mit natürlichen Materialien. Es gibt keine fertigen Elemente.“ In ihrer Kindertagespflegestelle „Puste-Kids“, die in ihrem Haus untergebracht ist, kümmert sie sich derzeit um vier Kinder. Fünf kann sie maximal betreuen.

Lea ist morgens um 6 Uhr das erste Kind, das bei Rodewald vorbeigebracht wird. Nach dem Frühstück kommen bis 8 Uhr auch die weiteren Kinder hinzu. Um 9 Uhr gibt es ein Obstfrühstück, bevor Spielen auf dem Plan steht. Danach gibt es Angebote wie Basteln. „Wir gehen viel raus in den Garten und in die Natur – bei jedem Wetter. Auch gelesen wird draußen“, sagt Rodewald. Nach dem Mittagessen werden die ersten Kinder abgeholt. Die anderen halten ein kurzes Nickerchen, bevor das Programm weitergeht. „Bei Bedarf ist auch abends noch eine Betreuung möglich. Selbst Übernachtungen oder Betreuung am Wochenende sind machbar“, so Rodewald.

Von den Kosten her liegt die Tagespflege laut Rodewald genauso wie die Krippenplätze. „Wir arbeiten mit dem Landkreis zusammen. Es gibt einen Zuschuss für die Eltern.“ Die Kosten würden sich nach dem Einkommen der Eltern richten. In deren Entscheidung liege es auch, ob sie das Kind in eine Krippe geben oder von einer Tagesmutter betreuen lassen.

In der Samtgemeinde Hankensbüttel gibt es aktuell 27 Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren (U 3). 15 Plätze kommen zusätzlich durch den Bau der neuen Krippe (das IK berichtete) hinzu. 29 Tagespflegeplätze gibt es zudem nach Zahlen des Landkreises. Davon sind 14 derzeit besetzt. Vom Land gibt es eine Förderung über 105 000 Euro für die Baukosten der neuen Krippe, vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) einen Zuschuss über 10 000 Euro. Kosten in Höhe von mindestens 165 000 Euro trägt die Verwaltung laut Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel selbst.

Zum 1. August muss die Kommune eine Versorgungsquote von 32 Prozent erfüllen. „Wir hoffen, dass wir die Plätze besetzen können“, sagt Taebel. „Wir haben mit wenig viel bewegt. Die Quote wird erfüllt werden können.“ Durch diese Angebote könnten die Eltern schneller wieder ins Berufsleben zurückkehren.

Auch Marion Witt, Leiterin der DRK-Kindertagesstätte Hankensbüttel 2, äußert sich zufrieden mit dem Stand des Ausbaus: „Der Neubau der Krippe ist ein sehr familienfreundlicher Schritt. Wir haben sehr hoch motivierte Tagesmütter. Das Gleiche gilt auch für das Krippenpersonal.“ Sorgen im U 3-Bereich bereite nur der Fachkräftemangel im Krankheits- oder Vertretungsfall.

Informationen zu den Puste-Kids in Weddersehl gibt es bei Tagesmutter Claudia Rodewald unter Telefon (0 58 32) 4 48.

Von Paul Gerlach

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