Informative Ausstellung über Bienen am Otter-Zentrum / Zehn Jahre lokale Agenda

Auf Platz drei der wichtigsten Tiere

Gleich in zweifacher Funktion in Hankensbüttel: Imkerin Manuela Schulze informierte auch über Kräuter. Fotos: Michalzik

Hankensbüttel. Bienen sind, nach Rindern und Schweinen, die drittwichtigsten Tiere in der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Dies und vieles mehr erfuhren die zahlreichen Besucher des Otter-Zentrums am Sonntag.

Thomas Lucker hatte eine lebendige und sehenswerte Ausstellung über Bienen aufgebaut, tatkräftig unterstützt von der Imkerin Manuela Schulze.

Gleich hinter der Steinmarder-Scheune standen die Kästen mit den Schwärmen, der Stand mit Wildkräutern und daneben ein Kasten mit einem Volk Bienen, den die Imkerin öffnete, um den Besuchern die wuseligen Honigsammlerinnen mit ihrer Königin ganz nah und hinter Glas zeigen zu können.

Thomas Lucker erläuterte den Zusammenhang zwischen Pflanzen, Bienen und Menschen. Gäbe es keine Bienen, würden Pflanzen nicht bestäubt und könnten Menschen und Tieren nicht zur Nahrung dienen. Ohne blühende Pflanzen gebe es keine Insekten und ohne sie keine Insektenfresser mehr. Setze der Imker hingegen ein Volk in die Nähe eines Rapsfeldes, so ergebe das nicht nur einen guten Honig, sondern auch einen deutlich höherer Ertrag für den Landwirt und üppigere Pflanzen. Die Bienen einmal in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken, das war das Ziel der gelungenen Aktion.

Im Eingangsbereich hatte Kerstin Mönnich einen Stand mit Demeterobst und Gemüse aufgebaut, ihr gegenüber bot Inga Peters eine große Auswahl an Kräutern an. Im Foyer gab es naturbelassene Säfte und den Stand der Agenda 21 Hankensbüttel, an dem Renate und Hans-Jürgen Bock ihre Anliegen darstellten und erläuterten. Stolz berichtete Bock, dass ihre Agenda eine der wenigen sei, die nach zehn Jahren noch Bestand habe und mit Leben erfüllt sei. Immerhin leisteten noch sieben von ursprünglich zwölf Mitgliedern ihre ehrenamtliche Arbeit.

In drei Bereiche gliedere sich die Aufgabe. In der Aktivitäten-Börse gehe es um nachbarschaftliche und generationsübergreifende Hilfe. Da führe beispielsweise ein junger Mann den Hund der Nachbarin aus und werde dafür mit einem Apfelkuchen belohnt. Im zweiten Teil ist in sieben Schulen in der Region jeweils ein Tauschkasten aufgestellt. Wer ein Buch oder ein Etui etwa nicht mehr benötige, legt es in den Kasten und nimmt sich etwas Gleichwertiges dafür heraus. „Seit sieben Jahren läuft diese Aktion bereits und sie wird immer noch gut angenommen“, erklärte Hans-Günther Bock.

Im dritten Teil wird der Mobile Welt Laden geführt. Zum einen werden Produkte aus der ganzen Welt fair gehandelt, damit die Erzeuger einen angemessenen Lohn bekommen. Zum anderen werden auch Produkte aus der Region angeboten, Honig beispielsweise, um Imkern und Landwirten den Preisdruck der Discounter zu ersparen. Wenn auch die Agenda 21 lebt und fortgeführt wird, so wünscht sich das Ehepaar Bock doch sehr, dass frische Kräfte mit einsteigen mögen, denn für ein solches arbeitsintensives Ehrenamt kämen derzeit leicht 300 geleistete Stunden im Jahr zusammen.

Von Horst Michalzik

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