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Personell bleibt’s schwierig am Hankensbütteler Gymnasium

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Von: Paul Gerlach

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Eine Lehrerin schreibt etwas an die Tafel, Schüler schauen zu.
Die Personalsituation am Hankensbütteler Gymnasium bleibt schwierig. Laut Schulleiterin Cornelia Röhrkasten sind weiterhin viele Abordnungen nötig und es gibt einige Langzeiterkrankte im Kollegium. Das größte Problem sind fehlende Bewerber, da sei man als Landgymnasium gegenüber den Stadtgymnasien klar benachteiligt. © Agenturen

Hankensbüttel – Weiterhin Abordnungen, einige Langzeiterkrankte, zusätzliche Belastungen, kaum Verstärkung: Die Personalsituation am Hankensbütteler Gymnasium bleibt schwierig. Mit Blick auf den leergefegten Bewerbermarkt gibt es laut Schulleiterin Cornelia Röhrkasten aktuell keine Aussicht auf Besserung.

Derzeit seien es immer noch „reichlich Abordnungen“, die die Schule zu leisten habe, so Röhrkasten, und nennt einen Umfang von 80 Stunden. Das sei auch im zweiten Schulhalbjahr noch so – in der Mehrheit an die IGS Wittingen, eine Lehrkraft sei an die Karl-Söhle-Schule abgeordnet und zwei Lehrkräfte ans Gifhorner Otto-Hahn-Gymnasium. Das sei eine zusätzliche Belastung und nicht zu ändern.

In Sachen Bewerber herrscht ebenfalls weiter Mangel. In einigen Fächern gebe es kaum noch Bewerber, sagt Röhrkasten. Dabei spiele zum einen die Gesamt-lage in der Bildungslandschaft hinein, zum anderen gebe es kaum Referendare im Studienseminar Uelzen und zusätzlich konkurriere man als Landgymnasium mit Städten wie Braunschweig, Lüneburg oder Hannover um die Bewerber. „Wir sind da doppelt und dreifach benachteiligt.“ Man stehe einem Überangebot an Stadtschulen gegenüber. Umso mehr freue es sie, dass jetzt ein Versetzungsantrag einer Mathematik- und Physiklehrerin vorliegt, die selbst früher das Hankensbütteler Gymnasium besucht hatte. Röhrkasten begrüßt das sehr. „Als Landschule haben wir es potenziert schwieriger.“

Alles andere als einfach ist es aktuell auch wieder in Sachen Corona: Röhrkasten berichtet erneut von halbleeren Klassen und mehreren Fällen im Kollegium. Nächste oder übernächste Woche wird sich herauskristallisieren, wie viele der ukrainischen Schüler, die derzeit in der Willkommensklasse betreut werden (das IK berichtete), an der Schule bleiben werden. Fest steht, dass sie nach den Sommerferien am regulären Unterricht teilnehmen und zusätzlich – parallel oder nach dem Unterricht – weiter eng begleitet werden. Unklar ist noch, in welcher Form das geschehen wird. Ob vielleicht in einer eigenen Klasse oder durch das Einrichten von ein, zwei Kursen, ist noch unklar. Röhrkasten denkt, dass es auf mindestens zwei Gruppen hinauslaufen wird. Auch die Finanzierung des Ganzen ist noch ungeklärt. Man bekomme nur schwerlich eine Antwort darauf, wer die Kosten bezahlt, so die Schulleiterin. Sie greift daher aktuell auf Reste aus dem Schulbudget zurück. Sie geht mit Blick auf die Situation in der Ukraine davon aus, dass das Ganze die Schule vermutlich noch mehrere Jahre beschäftigen wird. „Es lohnt sich, langfristig zu denken. Was in unseren Möglichkeiten steht, wird getan.“

Auch für dieses Szenario muss sich die Schule personell aufstellen. Aber auch so wird man definitiv fünfzügig unterwegs sein, so Röhrkasten. 125 Schüler habe man jetzt schon auf dem Zettel. Zugleich gilt: „Wir haben keine Stellen zugeteilt bekommen.“ Laut der Berechnung des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung in Lüneburg liege das Gymnasium bei der Lehrerversorgung bei über 100 Prozent. Doch eine Vertretungsreserve gebe es nicht. In einigen Fächern gebe es großen Mangel, in einigen einen Überhang. Mathematik, Chemie und Sport sind Mangelfächer, dort könnten keine Arbeitsgruppen angeboten werden und es gebe keine Luft nach oben. Hinzu kommt: „Wir hatten und haben Langzeiterkrankte im Kollegium.“

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