„Wir waren da, wenn es darauf ankam“

Panzerpionierkompanie 330 war bis 1992 in Dedelstorfer Kaserne beheimatet

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Bernd Thomschewski (l.) und Dieter Schewe haben gute Erinnerungen an ihre Zeit in der Panzerpionierkompanie 330 in der ehemaligen Dedelstorfer Kaserne. Die Kompanie bewies auch bei schwierigen Einsätzen ihre Stärke.

Dedelstorf – Eine bewegte Geschichte kennzeichnet ihren Weg: Bis 1992 war die Panzerpionierkompanie 330 in der ehemaligen Richthofenkaserne in Dedelstorf beheimatet.

Bernd Thomschewski und Dieter Schewe, damals Stabsfeldwebel beziehungsweise Hauptmann, stellen im IK-Gespräch vor allem die handwerklichen Fähigkeiten der Pioniere heraus.

Diese setzten ihre Kenntnisse beim Bau von Sport- und Kinderspielplätzen in Hankensbüttel, von Brücken in Barenburg, Sülze und Resse sowie von Schießständen und des Freibades in Nöpke (Neustadt am Rübenberge) ein. „Die Zivilbevölkerung nahm regen Anteil an diesen Tätigkeiten“, schildert Schewe.

Um die Versorgung der Soldaten zu sichern, war Thomschewski oft den ganzen Tag mit einem VW Käfer nach Nienburg unterwegs. Die Rumpelpiste nach Steinhorst ist Thomschewski und Schewe noch in lebhafter Erinnerung.

In Dedelstorf diente die 1973 erbaute Blockhütte auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes als Begegnungsstätte zwischen den Angehörigen und Freunden der Kompanie sowie deren Familien. Gute Verbindungen wurden zum Zollkommissariat Wittingen, zum Pionierzug des Grenzschutzes in Bad Bodenteich, zur Gemeinde Wollerstorf und zum Hegering in Lüben gepflegt. Patenschaften gab es mit den Ortschaften Eisbergen-Lohfeld (Kreis Minden), Nöpke und Dedelstorf.

„Dass wir als Kompanie aufgelöst werden, wussten wir seit Mai 1991“, erläutert Thomschewski. Er selbst übergab am 31. März 1993 die Schlüssel an die Bezirksverwaltung. „Da war die Luft raus“, sagt Schewe. Er hat besonders noch den Einsatz der Kompanie beim Waldbrand 1975 in der Heide in Erinnerung: Mit Pionierpanzern habe man Schneisen in den Wald geschlagen. „Wir hatten das passende Equipment.“ Dazu gehörten der Brückenlegepanzer Biber, das Minenwerfersystem Skorpion oder der Mannschaftstransportpanzer Fuchs. Zwischen Hankensbüttel und Repke seien die Soldaten eingesetzt worden, auch in Richtung Munster und Bad Bodenteich. „Wir haben unsere Schlagkräftigkeit unter Beweis gestellt. Wir haben der Bevölkerung gezeigt: Wenn es darauf ankommt, sind wir da.“ Die Bundeswehr habe sich damals bewährt, auch aus Sicht der Bevölkerung. Die Soldaten hätten große Dankbarkeit erfahren und gespürt.

Die ehemaligen Angehörigen der Kompanie schauen mit Wehmut zurück, erfreuen sich aber an der Möglichkeit der monatlichen Treffen in den Traditionsräumen der Kaserne. Dort tauschen sie sich über die „guten, alten Zeiten“ aus. „Sollten noch ehemalige Angehörige der Kompanie Interesse haben, sind sie herzlich willkommen“, sagt Schewe.

VON PAUL GERLACH

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