Auch Auslegungsbeschluss führt im Rat zu heftigen Debatten über Ausbau

Otter-Zentrum erhitzt Gemüter

Die im Waldgebiet Hagen geplante Erweiterung des Hankensbütteler Otter-Zentrums sorgte im Gemeinderat für eine längere Debatte – eigentlich ging es nur um den Auslegungsbeschluss.
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Die im Waldgebiet Hagen geplante Erweiterung des Hankensbütteler Otter-Zentrums sorgte im Gemeinderat für eine längere Debatte – eigentlich ging es nur um den Auslegungsbeschluss.

Hankensbüttel – Eigentlich sollte es bei der Sitzung des Gemeinderates am Montag in Sachen Otter-Zentrum nur um den Auslegungsbeschluss gehen. Eigentlich.

Denn trotz des Hinweises vor der Debatte von Bürgermeister Dirk Köllner (CDU), nicht in eine Grundsatzdebatte zu verfallen, geschah genau dies.

Zunächst begann noch alles gemäßigt, als Claudia Schulze (CDU) beantragte, die Auslegung auf sechs Wochen statt vier zu verlängern. Dies begründete die Ratsfrau mit den Sommerferien. So habe jeder genug Zeit, sich den Plan anzuschauen. Anschließend ging es in die Vollen. Schulze sagte, dass der BUND in einem 21-seitigen Bericht mehrere Verstöße festgestellt habe, insbesondere gegen den Landschaftsschutz, der am Bohldamm durch die Erweiterung verloren gehe.

„Geht nur um Auslegung der Pläne“

Bürgermeister Köllner warf ein, dass die Behörden maßgebend seien. „Und die haben keine Bedenken.“ Ratsfrau Elisabeth van Werde entgegnete, dass dort das Waldgesetz nicht abgewägt worden sei. Christian Speitling (CDU) erinnerte, nachdem bereits Köllner zu Beginn darauf hinwies, dass es hier lediglich um die Auslegung der Pläne gehe. Nicht um eine inhaltliche Debatte. Rainer Nuth (SPD) betonte gegenüber seinen Vorrednerinnen, dass ohnehin eine Ausnahmegenehmigung für die Erweiterung des Otter-Zentrums vorliege. Dadurch seien viele der Einwände hinfällig.

Monika Geertsema (SPD) wollte die Punkte ebenfalls nicht einfach so stehen lassen. Es sei erstaunlich, was in Hankensbüttel schon alles verhindert wurde. Die verlängerte Auslegung sah sie kritisch, da nichts damit gewonnen werde – außer Zeitschinderei. Für viele Bürger – nicht nur in Hankensbüttel – sei das Otter-Zentrum ein wichtiger Ort. Und versuchte ebenfalls, wieder auf die eigentliche Sache zurückzukommen: „Wir stimmen über die Auslegung ab.“

Van Werde antwortete: „Man muss sich aber eben an Gesetze halten.“ In der gesamten Debatte merke man, dass Hankensbüttel bei der Thematik gespalten sei. Irmingard Dyszak (WIH) meinte: „Wir müssen die Interessen aller Bürger hier vertreten.“ Bevor also ein uraltes Stück Wald wegkomme, müsse man sich gründlich damit auseinandersetzen. Köllner hakte noch einmal ein: „Jeder weiß, wie wichtig das ist und folgt hier denke ich seinem Gewissen.“

Dirk Niebuhr (CDU) meinte, man solle nicht ständig die Behörden anzweifeln. „Das sind Fachbehörden, wo Fachleute arbeiten.“ Damit kamen beide Anträge zur Abstimmung. Für den Auslegungsbeschluss sprachen sich 9 Ratsmitglieder aus, 3 waren dagegen. Danach ging es um den Antrag von Schulze, dieser wurde mit 7 Ja-Stimmen zu 5 Nein-Stimmen ebenfalls verabschiedet. Somit liegt der Auslegungsbeschluss sechs Wochen aus.

„Hankensbüttels einziger Leuchtturm“

Auch in der anschließenden Einwohnerfragestunde gab es Einwürfe. Knut Conrad, selbst lange Jahre Ratsmitglied, verteidigte das Otter-Zentrum: „Hankensbüttel ist kein Bad Hankensbüttel, kein Luftkurort – das Otter-Zentrum ist unser einziger Leuchtturm!“

Viele Zugezogene könnten nicht verstehen, welche Bedeutung das Otter-Zentrum habe, und wie viel Energie er und andere aktive und ehemalige Ratsmitglieder in das Projekt investiert haben. Van Werde wies den Vorwurf zurück, bis Köllner die Diskussion beendete.

In der Tat scheint das Thema Otter-Zentrum Hankensbüttel zu spalten, wie die Sitzung zeigte.

VON MAX A. MORRISON

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