Neues Vorstands-Duo an Spitze

Hankensbütteler Otter-Zentrum: Dr. Oskar Kölsch ab heute im Ruhestand

Matthias Geng (v.l.), Dr. Oskar Kölsch und Eva Baumgärtner.
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Matthias Geng und Eva Baumgärtner sind ab dem heutigen Donnerstag, 1. April, für die Aktion Fischotterschutz und das Otter-Zentrum in Hankensbüttel verantwortlich, Dr. Oskar Kölsch (Mitte) geht in den Ruhestand.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
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Hankensbüttel – Nach über 30 Jahren bei der Hankensbütteler Aktion Fischotterschutz tritt Dr. Oskar Kölsch nun zumindest von der vordersten Front zurück: Am heutigen Donnerstag, 1. April, geht er in den Ruhestand und übergibt die Verantwortung im Verein und auch für das Otter-Zentrum an ein junges Vorstands-Team. Es wird aber kein harter Schnitt und somit auch kein echter Abschied: Der 63 Jahre alte Hankensbütteler wird ehrenamtlich im Hintergrund weiter wirken und dem Verein verbunden bleiben.

Der April bringt somit wichtige Veränderungen für die Aktion Fischotterschutz als Verein und für die zugehörige Naturerlebnis-Einrichtung – eines der wichtigsten touristischen Aushängeschilder des Landkreises. Kölsch hinterlässt als langjähriger Vorstandsvorsitzender große Fußstapfen. Mit Matthias Geng und Eva Baumgärtner steht ein junges Vorstands-Duo bereit. Überraschend kommt der Wechsel für keinen der Beteiligten: Bereits vor drei Jahren hatte Kölsch intern angekündigt, dass er mit 63 Jahren von der Spitze zurücktreten möchte. So kommt es nun auch – trotz des Wirrwarrs und der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.

Kölsch, der den Naturschutz im Isenhagener Land begleitete und prägte, weiß die Führung bei seinem Vorstandskollegen Geng und bei Baumgärtner, bisherige Vorstandsassistentin, in guten Händen. Er steht ohnehin weiter bei Rückfragen zur Verfügung.

Langsamer Rückzug

Es ist mehr ein sehr langsamer Rückzug von der Bildfläche für den promovierten Agraringenieur, der 1991 seinen Weg bei dem anerkannten Naturschutzverband begonnen hatte. Fünf Jahre lang wird Kölsch noch Vorsteher der Deutschen Otter Stiftung sein. Zwei, drei Projekte der Aktion Fischotterschutz, zu denen er zum jetzigen Stand noch nichts verraten will, will er weiterhin betreuen. Die angelaufene Erweiterung des Freigeländes hätte nach den ursprünglichen Plänen laut Kölsch nun schon durch sein können. Das kam bekanntlich anders. Dennoch sei man dabei sehr weit vorangeschritten, so Kölsch. Bald stehe die Abnahme des Wege- und Zaunbaus an, dann folge noch der Themenpfad, der im Juni fertig werden soll. Zu den Abnahmen im April will Kölsch nochmal vor Ort vorbeischauen.

Beim Blick zurück auf die vergangenen drei Jahrzehnte nennt Kölsch die Ise als besonders hervorstehendes Projekt: Er hatte mit seinen Mitstreitern, unter anderem im „Ise-Projekt“, erfolgreich dafür gekämpft, dass dieses einst stark ausgebaute Gewässer in weiten Teilen revitalisiert und wieder zur Heimat für den Fischotter und viele andere seltene Tier- und Pflanzenarten werden konnte. „Die Ise hat sich in südlich von Wahrenholz und Gamsen sehr geändert“, freut sich Kölsch im IK-Gespräch über die erzielten Erfolge über die Jahre. Die Veränderungen hätten nicht nur den Fluss betroffen, sondern auch die dortigen Betriebe, die die von der Aktion aufgekauften Flächen gepachtet haben. Diese hätten sich sehr positiv stark in Richtung naturschutzgerechter, extensiver Produktion entwickelt. Vor 30 Jahren habe dort noch kein Baum oder Strauch an der Ise gestanden. Jetzt sei sie ein naturnahes Gewässer. „Das freut mich immer.“ Die Verbindung und der Kontakt zu den Betrieben, mittlerweile in der zweiten Generation, sei weiterhin sehr eng.

Enge Verknüpfung

Die enge Verknüpfung zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und anderen Interessenverbänden rund um die Gewässer prägt bis heute die Grundsätze des Vereins, die Kölsch vorantrieb – pragmatischer, gelebter Naturschutz als Vorbild für die kommenden Generationen.

Kölsch übergibt die Lenkung des Vereins an Geng, der den Vorsitz übernehmen wird, und die bisherige Vorstandsassistentin Eva Baumgärtner. Der 38 Jahre alte Diplom-Kaufmann, der gebürtiger Hankensbütteler ist und vorher in der Finanzmetropole Frankfurt tätig war, und die 40 Jahre alte Diplom-Biologin, die davor über zehn Jahre bei der Seehundstation Friedrichskoog in Schleswig-Holstein gearbeitet hat, freuen sich auf die neuen Herausforderungen. „Wir wissen um die große Verantwortung, die wir für die Belegschaft und auch die Projektarbeit des Vereins tragen“, so Baumgärtner. Umso mehr freue man sich darauf, mit allen Beteiligten diesen neuen Abschnitt in der Vereinsgeschichte gehen zu dürfen. „Wir sind alle sehr dankbar für das langjährige Engagement von Dr. Oskar Kölsch für die Region, den Naturschutz und unser Naturerlebnis-Zentrum und wünschen ihm von Herzen alles Gute für diesen neuen Lebensabschnitt“, sagt seine Nachfolgerin Baumgärtner, auch im Namen von Geng.

Im Ruhestand will sich Kölsch weiterhin bei den Wahrenholzer Mühlenfreunden einbringen. Beim Jagdmuseum Wulff in Oerrel, für das er bislang als Geschäftsführer tätig war, kündigt er einen personellen Übergang an. Nun will der 63-Jährige noch mehr über Naturschutz lesen und nachdenken, die eine oder andere Entwicklung insgesamt hinterfragen. Auch die Gartenarbeit soll natürlich nicht zu kurz kommen. „Der Naturschutz ist weiter mein Thema.“

• Über die Osterfeiertage wird das Otter-Zentrum geöffnet haben. Einrichtungen wie Zoos und Tierparks sind – nach Voranmeldung durch die Besucher – von Schließungen ausgenommen. Grundlage ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Lüneburg. Der Wasserspielplatz ist aber abgesperrt.

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