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Otter-Zentrum bietet Lebensraum für Nerze

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Vorsitzender Mark Ehlers im Gespräch mit Umweltminister Sander.

Hankensbüttel. Nach siebenmonatiger Bauzeit ist am Sonnabend das „Nerz-Moor“ im Otter-Zentrum in Hankensbüttel feierlich eröffnet worden. Im Beisein von Umweltminister Hans-Heinrich Sander, Landrätin Marion Lau, Anne Zachow, Vorsitzende der niedersächsischen Bingo Umweltstiftung, Walter Penshorn, Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Isenhagener Land, Bürgermeisterin Beate Harms sowie von zahlreichen Vertretern aus Politik und Wirtschaft und den am Bau beteiligten Unternehmen und Mitarbeitern des Otter-Zentrums.

„Mit der neuen Anlage, die rund 400 000 Euro gekostet hat und die zwei europäischen Nerzen und sechs Minks (amerikanische Nerze) Lebensraum bietet, setzen wir einen neuen Maßstab“, betonte Mark Ehlers, Leiter der Naturschutzeinrichtung, vor rund 140 geladenen Gästen. „.Das Otter-Zentrum beteiligt sich an der Erhaltungszucht des zur Familie der Marder gehörenden und vom Aussterben bedrohten europäischen Nerzes. Zudem wird der gefährdete Lebensraum „Moor“ thematisiert und nachgebildet“, skizzierte Ehlers relevante Ziele des Modellprojektes auch im Rahmen der Umweltbildung.

„Kaum jemand weiß, dass der europäische Nerz ähnlich stark bedroht ist wie der chinesische Pandabär“, betonte der niedersächsische Umweltminister. Sander meinte: „Vor rund 200 Jahren ist diese europäische Marderart noch häufig gewesen.“ Diese sei in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch in der Aller-Niederung gesehen worden, „doch dann ist der heimische Nerz verfolgt worden“, bedauerte er. Das Otter-Zentrum sei geradezu prädestiniert, Erhaltungszucht des europäischen Nerzes zu betreiben. „Mit Blick auf viele einzelne Standorte und Projekte, die es in Niedersachsen gibt, sollte man sagen: ,Niedersachsen ist ein Nerz-Land‘ “, erklärte der Umweltminister.

„Dort, wo allerdings der robuste amerikanische Nerz (Mink) vorherrscht, sollte kein europäischer Nerz ausgewildert werden. Der Kampf geht verloren“, so der Minister. Am Steinhuder Meer sind unter anderem Nerze erfolgreich ausgesetzt worden.

Marion Lau bezeichnete das Otter-Zentrum als Leuchtturm im Landkreis Gifhorn und nannte die Einrichtung ein Magnet für Touristen. „Seit mehr als 20 Jahren ist das Otter-Zentrum eine der größten und erfolgreichsten Umweltbildungseinrichtungen Deutschlands“, lobte die Landrätin. Mit der Eröffnung des Nerz-Moores sei ein bedeutender Schritt getan worden, Artenvielfalt zu erhalten, sagte die Wunderbüttelerin.

„Das Geld für das Nerz-Moor ist gut angelegt“, fand der Vorsitzende der Leader-Aktionsgruppe Isenhagener Land, Walter Penshorn. Laut Penshorn umfasst das mit Hilfe von LEADER geförderte Projekt ein förderfähiges Kostenvolumen von 385 000 Euro. Die Kosten werden wie folgt finanziert: 187 000 Euro EU-Mittel, 63 000 Euro kommunale Kofinanzierung, 90 000 Euro Bingo-Stiftung, 30 000 Euro Hanns R. Neumann Stiftung, 15 000 Euro Eigenanteil des Projektträgers (3,90 Prozent).

Nach der offiziellen Eröffnung besichtigten die Gäste das Nerz-Moor und die interaktiven Installationen, die viel Wissenswertes zu Tieren und Pflanzen und zur ökologischen Bedeutung des Moores reflektieren. Der Chor der Karl-Söhle-Schule empfing die Gäste mit einen kleinen Programm. Lehrerin Antje Daum begleitete die Grundschüler auf der Gitarre. „So ein flotter, kleiner Otter…“

Gestern wurde die einzigartige Anlage mit einem Top- Rahmenprogramm der Öffentlichkeit präsentiert.

Von Jürgen Kayser

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