Über 3.000 haben unterschrieben / Otter-Zentrum: Waldcharakter bleibt erhalten

Online-Petition gegen Einzäunung in Teil des Hagens

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Um diesen Bereich geht es bei der Online-Petition: links das Hankensbütteler Otter-Zentrum, rechts dessen Erweiterungsfläche im Waldgebiet Hagen und dazwischen der Bohldamm, der teileingezogen werden soll. Elisabeth van Werde würde gerne das Teilstück des Bohldammes und damit den betroffenen Teil des Hagens für die Öffentlichkeit erhalten. Doch das Otter-Zentrum möchte eine räumliche Trennung zwischen dem bestehenden Gelände und der Erweiterungsfläche verhindern.

Hankensbüttel. Über 3.000 Unterschriften sind bislang bei der Online-Petition zusammengekommen, die Elisabeth van Werde aus Hankensbüttel heute vor zwei Monaten gestartet hat:

Dr. Oskar Kölsch

Mit der Petition mit dem Titel „Retten Sie unseren Wald“ auf der weltweit agierenden Kampagnenplattform Change. org will van Werde verhindern, dass im Zuge der geplanten Erweiterung des Otter-Zentrums ein Teil des Waldgebietes Hagen eingezäunt wird. Dr. Oskar Kölsch, Chef des Otter-Zentrums, kritisiert auf IK-Anfrage, dass in dem Text zu der Petition „einiges falsch dargestellt“ werde.

Laut van Werde „stört es viele Einwohner“, dass wieder ein Teil des Hagens für Naherholungssuchende nicht mehr zugänglich sein werde. Ihr gehe es darum, dass verhindert werden soll, „einen weiteren Teil dieses Gebietes einzuzäunen, Bäume zu fällen, Wege und Gehege zu bauen, um den Besuchern des Otter-Zentrums einen Kleintierzoo in Gehegen näherzubringen“. Dabei sei der Hagen ein Landschaftsschutzgebiet mit einer besonderen Verordnung von 1999, um diese Fläche besonders zu schützen. Der Bohldamm werde entnommen und dafür solle ein neuer Weg an der Westseite dieses Waldstücks entstehen. Bislang seien im bestehenden Gelände des Otter-Zentrums schon etwa fünf Hektar Wald eingezäunt worden. Es würden nun weitere zweitere Hektar vom Hagen eingezäunt. „Der Hagen muss nicht noch kleiner werden“, so van Werde.

Kölsch betont, dass nicht der Wald eingezäunt werde, sondern die Erweiterungsfläche. Der Wald im bestehenden Areal mache „wesentlich weniger als fünf Hektar“ aus. Dieser sei zudem ökologisch wertvoller als der Wald in der Erweiterungsfläche, der bislang intensiv genutzt worden sei. Zudem geht Kölsch davon aus, dass der Wald in der Erweiterungsfläche sich in fünf Jahren ebenfalls ökologisch verbessert zeigen wird. „Dass wir den Wald kaputt machen, ist eindeutig ausgeschlossen.“ Sonst hätte man auch nicht die Ausnahmegehmigung des Landkreises mit den sogenannten „Baufenstern“ bekommen (das IK berichtete), erläutert der Otter-Zentrum-Chef.

Die Behauptung von van Werde, dass „viele alte Buchen und Eichen“ gefällt werden sollen, stimmt nicht, so Kölsch. Die Baufenster seien gezielt so ausgesucht, dass nur junge Gehölze betroffen seien. Die großen Bäume würden stehen bleiben. Die Ausnahmegenehmigung sehe den Bau von „kleinen Häusern“ vor – die Gehege für die Tiere und ein Infohaus. Der Waldcharakter bleibe erhalten, der Wald werde in seiner Funktion erhalten. „Für viele Tiere ist der Zaun überwindbar.“ Es werde weiter eine große Vielfalt in der Waldfläche geben.

• Zurzeit wird laut Kölsch der Bebauungsplan aufgestellt. Parallel werde nach der erfolgten F-Plan-Änderung der Flächentausch (Bohldamm-Stück gegen Fläche für den geplanten Fuß- und Radweg auf der Westseite) vorbereitet.

Von Paul Gerlach

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