Naturwissenschaften im Fokus

Online-Mentoring-Programm für Schülerinnen am Hankensbütteler Gymnasium vorgestellt

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Franziska Steinhauer erläuterte den Schülerinnen der Klassen 5 bis 11 am Hankensbütteler Gymnasium Cyber-Mentor – ein Mentoring-Programm der Universitäten Regensburg und Nürnberg, um bei Mädchen und jungen Frauen deren naturwissenschaftliches Interesse zu fördern. 

Hankensbüttel. Das erklärte Ziel ist es, das naturwissenschaftliche Interesse von Schülerinnen zu fördern: Sie sollen für MINT stark gemacht werden – also für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Das Cyber-Mentor-Programm der Universitäten Regensburg und Erlangen-Nürnberg wurde am vergangenen Freitag bei einer Infoveranstaltung in der Mensa des Hankensbütteler Gymnasiums vorgestellt.

Die Schülerinnen der Klassen 5 bis 11 am Gymnasium ließen sich diese Chance nicht entgehen und lauschten den Worten von Franziska Steinhauer, studentische Hilfskraft in Regensburg, über die Online-Mentoring-Plattform. Bundesweit bis zu 800 Schülerinnen der fünften bis zwölften Klassen – im Alter von 12 bis 18 Jahren – werden dabei ein Jahr lang von jeweils einer persönlichen, ehrenamtlichen Mentorin begleitet. Sie regt als Rollenvorbild zu MINT-Aktivitäten an und gibt Hinweise zur Studien- und Berufswahl. MINT-Frauen aus Wirtschaft und Wissenschaft fördern so als Mentorinnen den weiblichen Nachwuchs.

„Der Austausch untereinander ist trotz großer räumlicher Entfernung möglich“, erläuterte Steinhauer. Denn das Mentoring erfolge über eine geschützte Plattform mit Mail, Chat/Videochat und Forum. Der Einstieg ins Programm ist im März, Juni, September und Dezember eines Jahres möglich. Der zeitliche Aufwand beträgt 30 Minuten pro Woche.

Die Schülerinnen können neben Fächern auch spezielle Themenbereiche auf der Plattform angeben, die sie interessieren, also etwa Astrophysik. Zu diesem Thema kann sich dann auch eine Community bilden – aus zwei Schülerinnen und zwei Mentorinnen. „Das ist dann wie eine kleine WG“, so Steinhauer.

Das Mentoring verläuft in vier Phasen: Erst geht es um MINT im Alltag, dann wird ein kleines Projekt vorbereitet, im dritten Schritt schließen sich unterschiedliche Communities zusammen, um gemeinsam interdisziplinäre Projekte umzusetzen, und zuletzt reflektieren die Teilnehmerinnen ihr Mentoring-Jahr und blicken auf die schönsten Momente zurück.

Bei dem Mentoring-Programm geht es laut Anja Toth-Hohmann, Lehrerin für Mathematik und Physik am Gymnasium, auch darum, sich außerhalb der Schule mit Naturwissenschaften auseinanderzusetzen. Am Ende stehe dann die Überlegung, was man nach der Schule machen will.

Die Evaluation von Cyber-Mentor zeigt, dass nach den Angaben der Plattform die teilnehmenden Schülerinnen deutlich mehr MINT-Aktivitäten in Schule und Freizeit wählen und sie eine hohe Sicherheit bei der Studien- und Berufsorientierung entwickeln. Von den ehemaligen befragten Teilnehmerinnen hätten sich 71 Prozent für eine MINT-Zukunft – entweder als Studienfach oder als Ausbildungsrichtung – entschieden.

Cyber-Mentor, das seit 2005 läuft, wird von namhaften deutschen Wirtschaftsunternehmen und -verbänden finanziert. Die Teilnahme – auch länger als ein Jahr ist möglich – ist kostenlos. Am Gymnasium werden dazu jedes Jahr Flyer verteilt. Gute Noten sind für die Teilnahme nicht nötig, nur der Spaß an MINT. „Es fällt auf hoffentlich fruchtbaren Boden“, sagt Steinhauer.

Von Paul Gerlach

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