Olaf Geiter, aufgewachsen in Hankensbüttel, beringt mit seiner Frau ehrenamtlich Vögel

Herr der Ringe im Wattenmeer

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Olaf Geiter und Susanne Homma beringen Lachmöwen.

Hankensbüttel/Wilhelmshaven. Wenn auf Baltrum die Lachmöwen und Brandseeschwalben brüten, bedeutet das Hochsaison für Olaf Geiter und Susanne Homma. Der 48-Jährige ist Leiter der Beringungszentrale in Wilhelmshaven, einer von drei Stationen deutschlandweit.

Aufgewachsen ist Geiter in Hankensbüttel und blieb dort bis zum Abitur. „Ich habe heute noch viele Verbindungen nach Hankensbüttel und beringe auch dort in der Region. “ Mittlerweile wohnt Geiter mit seiner Ehefrau in Schortens bei Wilhelmshaven.

Graugänse an der Elbe: Auch sie werden von Geiter beringt. NDR

Beide beringen ehrenamtlich Vögel. 9794 sind es bisher (Stand: Anfang Mai). Dabei konzentrieren sie sich nicht auf eine einzelne Art, sondern gleich auf mehrere. „Das umfasst verschiedene Gänse-, Singvögel- und Möwen-Arten“, erläutert Geiter gegenüber dem IK. Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle. „Es hängt mit unserem Interesse und der Erreichbarkeit der Vögel zusammen.“ Von Kindesbeinen an war Geiter sehr an der Natur interessiert – im Allgemeinen und auch schon an Vögeln. „Durch die Arbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Rostock kam ich mit der Vogelberingung in Kontakt.“ Gemeinsam mit seiner Frau sammele er dabei wissenschaftliche Erkenntnisse, die dem Naturschutz zugute kommen. „Wir sehen uns daher eher als Forscher, denn als Naturschützer.“

Der tierische „Personalausweis“ hilft dabei, den Flugrouten der Zugvögel auf die Spur zu kommen und ihre Lebensräume gezielt zu schützen. Wird in Mauretanien, Ostasien oder Bottrop ein Vogel mit Ring gesichtet und gemeldet, landen alle Informationen zu Ringnummer, Fundort und -datum bei Geiter und seinen Kollegen. Seit mehr als 100 Jahren werden solche Daten gesammelt und ausgewertet. Die Zugvögel auf ihren jährlichen Touren zu begleiten – zumindest gedanklich – übt noch immer einen großen Reiz aus auf Geiter, der nicht müde wird, über die Ausdauer der großen und zuweilen sehr kleinen Reisenden zu staunen.

Auch seine Freizeit widmet Olaf Geiter der Beringung – seit 17 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Susanne Homma, einer Biologin. Beim Schutz der Vögel mitzuhelfen, Rastplätze, Futterversorgung und Brutverhalten zu erforschen, ist Motivation genug, wie auch die vielen kleinen Begegnungen: Vielleicht ist die im vergangenen Jahr markierte Rauchschwalbe aus ihrem südafrikanischen Winterquartier in den Pferdestall der Nachbarn zurück gekehrt? „Ein wunderbares Erlebnis“, sagen Geiter und Homma über solch ein Wiedersehen der besonderen Art.

Die 30-minütige Dokumentation „NaturNah: Den Zugvögeln auf der Spur“ zeigt Geiter und Homma beim Beringen. Sie ist am heutigen Dienstag, 27. August, um 18.15 Uhr im NDR Fernsehen zu sehen. Wiederholt wird die Sendung am morgigen Mittwoch um 13.05 Uhr.

Von Paul Gerlach

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