„Es macht unheimlich Spaß“

Oerrelerin erobert die Bretter: Farah Liss singt und tanzt bei Show in Hamburg

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Voller Fokus auf das große Ziel: Farah Liss aus Oerrel beim harten Training in Hamburg.

Oerrel/Hamburg – Nächstes Jahr im Mai ist sie fertig und kann ihren Abschluss feiern: Farah Liss aus Oerrel wird an der Hamburger Stage School zur Bühnendarstellerin ausgebildet.

Nach ihrem Abschluss will die 20-Jährige gerne bei einem Musical als Darstellerin auf der Bühne stehen.

Die Siegerin des Musikwettbewerbes „Super Voice of Wittingen“ aus 2016 verfolgt weiter ihren großen Traum – und investiert dafür eine Menge. Liss muss in ihrer Ausbildung spontan mit Herausforderungen und Problemen umgehen können. Wenn jemand mal krank ist oder fehlt, verändert sich das Programm zwangsweise. Liss erlebte das bei der letzten Monday Night-Show im März: Vor der allerletzten Show sagte ihr mittags ihr über Nacht erkrankter Duettpartner ab. „Dann musste ich spontan aus einem Tanzduett ein Tanzsolo machen.“ Es sei alles gut gelaufen und „eine tolle Erfahrung“ gewesen, so etwas zu bewältigen.

Bei der Monday Night-Show, die noch bis morgen in Hamburg läuft, trägt Liss mit acht Nummern einen guten Teil bei. „Wir als Schüler machen uns Gedanken darüber, was wir gern zeigen würden, suchen uns Lieder aus, zu denen wir tanzen möchten, erarbeiten im Unterricht Gesangssoli und Duette oder machen berühmte Szenen aus Musicals nach.“

Nach dem Unterricht geht ein Tag an der Fachschule so auch schon mal bis 22 Uhr. „Das ist schon sehr anstrengend, aber man macht es ja freiwillig.“ Sie sei immer froh, die Chance zu bekommen, auf der Bühne zu stehen. „Dann kann man das schon mal verkraften, von 8.30 bis 22 Uhr zu arbeiten.“

Zeit ist ohnehin knapp: Zwischen den Monday Night-Shows im März und Mai lagen drei Wochen, in denen die neuen Sachen erarbeitet wurden. Das Finale der Show ist zum Beispiel „Er lebt in Dir“ aus „Der König der Löwen“. Hinzu kommt sehr viel aus dem Pop-Bereich, wie etwa „Augen Auf“ von Sarah Connor. Ein Tanzprojekt, bei dem Liss mit einer Partnerin zusammen singt. Sie freut besonders, dass sie bei der Show mit zwei Gesangssoli, einem Tanzduett, einem eigenen Hip-Hop-Projekt und verschiedenen Tanzprojekten vertreten ist.

Auch hinter der Bühne ist es bei den Shows stressig. Liss muss sich zwischen den Nummern blitzschnell umziehen und nach einem Tanzprojekt auch zusehen, dass sie vor dem Singen wieder in die Tiefatmung kommt. „Das ist sehr schwer, weil man da meist total aus der Puste ist.“

Generell läuft es für Liss an der Stage School „wunderbar“, erzählt sie. „Ich habe es endlich mal geschafft, mich richtig zu zeigen.“ Bei so vielen Schülern, die singen, tanzen und schauspielern können, sei es sehr schwer aufzufallen. „Aber ich habe mir meinen Platz hart erarbeitet und bin froh, dass ich jetzt in den Shows endlich zeigen kann und darf, was ich kann.“ Ihr mache das „unheimlich Spaß“.

VON PAUL GERLACH

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