Dea will Produktion im Frühjahr aufnehmen / Grüne sorgen sich um Dichtigkeit der Leitungen: „Wir müssen aufpassen“

Ölfund bei Oerrel in 1500 Metern Tiefe

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Ralf Kitscha (2.v.l.) und Derek Mösche von der Dea (3.v.l.) beantworteten die Fragen einer Gruppe von Erdöl-Interessierten. 

Oerrel. Bei der ersten Probebohrung bei Oerrel ist die Dea gleich auf Öl gestoßen. Nach dem Abschluss der zweiten Probebohrung und einer genauen Bewertung des Fundes werden dann noch die Anlagen zur Förderung des Öls aufgebaut.

Das wird noch bis März oder April dauern, heißt es seitens des Unternehmens. Zu diesem Zeitpunkt gehe man dann in die Produktion.

„Wir hoffen, dass wir durch die beiden neuen Bohrungen die heutige Förderung mehr als verdoppeln können“, sagt Ralf Kitscha, der für das Projekt verantwortliche Bohringenieur. Es scheine so, als könne man der traditionsreichen Geschichte der Erdölförderung in der Region Hankensbüttel „ein weiteres Kapitel hinzuzufügen“, sagt Dea-Sprecher Derek Mösche.

Der Grünen-Kreistagsabgeordnete Christian Schroeder sagte auf IK-Anfrage zu dem Ölfund bei Oerrel, dass das „Kind schon in den Brunnen gefallen“ sei, als es im Kreistag nicht gelungen sei, die Verordnung für Trinkwasserschutzgebiete anzupassen. Sonst hätte eine Förderung noch verhindert werden können. Seine Fraktion sei aktuell mit dem Wasserverband Gifhorn im Gespräch. Am Montag kommender Woche wird die Grünen-Fraktion den Bohrplatz besuchen. „Wir sind gespannt und schauen uns das an. Wir müssen aufpassen“, sagt Schroeder. Ihm bereitet Sorgen, dass keine doppelwandigen Nassölleitungen zum Einsatz kommen. Von den Leitungen abgesehen, seien bei ihm durch die umfangreichen Informationen der Dea aber auch viele Ängste in Sachen Bohrplatz genommen worden. Das Unternehmen sei mitteilsam. „Wir kriegen Antworten auf unsere Fragen.“

Die erste Probebohrung ist in der Zwischenzeit sicherheitshalber mit einem Eruptionskreuz verschlossen worden – auch wenn bei der Bohrung festgestellt wurde, dass unten in der Förderschicht kein messbarer Druck mehr herrscht. Dies liegt an der Förderung in der unmittelbaren Nachbarschaft. Daher wird momentan seitens der Dea favorisiert, dass im Förderbetrieb eine Tauchkreiselpumpe zum Einsatz kommen soll, die einen Wasserkreislauf von 100 Kubikmetern pro Stunde garantiert.

Der Bohrplatz eignet sich laut Kitscha gleich aus mehreren Gründen: So hätte kein Wald gerodet werden müssen, es gebe ein bestehendes Leitungssystem, es sei eine Zufahrt vorhanden, und die Anbindung an die Förderstätte gleich nebenan sei gegeben.

Die zweite Probebohrung ist laut dem Bohringenieur vom Profil her anspruchsvoller als die erste. Die Bohranlage sei das Modernste, was es in Deutschland gebe. Auch das Spülungssystem sei „vom Feinsten“. Es gab aus seiner Sicht „nichts, was gegen die Bohrungen sprach“. Der Bohrplatz sei komplett abgedichtet, sagt Kitscha mit Blick auf dessen Lage im Randbereich des Wasserschutzgebietes „Schönewörde“.

Von Paul Gerlach

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