„Niemand, der ihn hinbringt“

In der Außenstelle der DRK-Kita, die in der Hankensbütteler Karl-Söhle-Schule untergebracht ist, findet die Sprachförderung statt, die der Fünfjährige oft nicht besuchen kann.

Hankensbüttel - Von Sabine Peter. Der fünf Jahre alte Sohn von Sylvia Klampt aus Hankensbüttel besucht die Sprachförderung in der Außenstelle der Hankensbütteler Kindertagesstätte, die sich in der Grundschule befindet. Hilfreich und wichtig für die Entwicklung des Jungen. Allerdings hat die Sache für die Mutter des Fünfjährigen einen erheblichen Haken.

Ihr Sohn besucht regulär die DRK-Kita I im Fillergrund. Die Sprachförderung findet zweimal pro Woche in der Außenstelle am Fillerberg statt. Da sie alleinerziehend und berufstätig ist, kann sie ihren Sohn am Vormittag nicht von der Kita I in die Außenstelle und hinterher wieder in die Kita I zurück bringen. „Das Hinbringen wäre gar nicht mal das große Problem, es geht besonders um den Rückweg“, sagt die Mutter im IK-Gespräch.

Seit den Sommerferien ist ihr Sohn für das ganze neue Schuljahr für die Sprachförderung verpflichtet. Bisher halfen Bekannte der Alleinerziehenden aus. „Das geht aber nicht auf Dauer“, sagt Klampt.

Von der Kita I im Fillergrund fährt ein Kleinbus zur Außenstelle in der Grundschule, der vom Landkreis Gifhorn eingerichtet wurde. Der Fünfjährige müsste für jede Fahrt einen Fahrpreis zahlen, den die Mutter ihm nicht geben kann.

Kinder aus Emmen beispielsweise, die die DRK-Kita besuchen, können die Verbindung mit dem Kleinbus kostenfrei nutzen. Der Fünfjährige kann dies nicht, da er in Hankensbüttel wohnt. Denn der Landkreis hat einen bestimmten Radius zwischen Wohnort und Schule für die kostenfreie Beförderung vorgegeben. Da der Fünfjährige zu nah an der Außenstelle wohnt, muss er für die Fahrt zahlen. Heißt: Die übrigen Kinder fahren an ihm vorbei, er darf nicht mit.

Die Sprachförderung musste daher für den Jungen schon des Öfteren ausfallen. „Ich habe niemanden, der ihn von der Schule wieder zurück in die Kita bringt“, sagt die Hankensbüttelerin. Sie vermutet, dass in Zukunft noch mehr Kinder von dieser Problematik betroffen sein könnten.

So sieht es auch Thomas Sordel, Elternvertreter in der Kita I. „Es gibt noch einen ähnlichen Fall“, sagt er. In ihrer Not hatte die Mutter des Fünfjährigen ein Rundschreiben unter den Elternvertretern verteilt.

Die Problematik schilderte Sordel am Dienstagabend auch dem Schul- und Kindertagesstättenausschuss der Samtgemeinde. Ein grundsätzliches Versetzen des Jungen von der Kita I in die Außenstelle Kita II soll nicht erfolgen, um das Kind nicht aus seiner gewohnten Gruppe zu reißen. Besucht der Fünfjährige die Sprachförderung gar nicht, wird er später wohl Probleme in der Schule haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare