Sicherheitsfragen werden Rolle spielen

Zu Nachpflanzungen an Kreisstraßen: „Es ist nicht der Baum, der tötet“

+
Die Verkehrssicherheit wird berücksichtigt: Wenn der Landkreis Gifhorn bei den Alleen an seinen Kreisstraßen – wie hier die K 7 zwischen Hankensbüttel und Oerrel – Nachpflanzungen vornimmt, werden Sicherheitsfragen vorher durchgespielt und geprüft, betont Landrat Dr. Andreas Ebel.

Hankensbüttel/Weddersehl/Oerrel – Die geplanten Nachpflanzungen bei Alleen an den Kreisstraßen haben eine Diskussion ausgelöst: So hatte Wolfgang Seger, Rettungsassistent aus Wittingen, mit Blick auf Baumunfälle und das damit verbundene Leid gesagt: „Bäume gehören nicht an Straßen.“

Landrat Dr. Andreas Ebel betonte gestern auf IK-Anfrage, dass man sich ganz am Anfang der Planungen befinde. Der Kreis will bekanntlich das Bestandskataster bis zum Sommer vorlegen. „Es soll einen Beitrag für die Natur erfüllen.“ Selbstverständlich würden dabei Sicherheitsfragen berücksichtigt, hält der Landrat fest. „Wo wir können, wird nachgepflanzt.“

Ebel: „Die Vielfalt der Natur soll unterstützt werden.“ Statt Birken sollten Linden oder Robinien gepflanzt werden. „Alleen gehören zu unserer Kulturlandschaft dazu.“

Der Sprecher der Wählerinitiative Hankensbüttel (WIH), Reinhard Weißmann, verweist auf ein vor Kurzem abgeschlossenes niedersächsisches Modellprojekt. Dieses habe sich drei Jahre lang mit der Erhöhung der Verkehrssicherheit an Landstraßen mit gehäuften Baumunfällen befasst. Die Landesbehörden hätten einen generellen Verzicht auf Nachpflanzungen von Alleebäumen nicht vorgeschlagen. Ein Großteil der Auto- und Motorradfahrer ignoriere die Tempolimits, habe die Studie ergeben. Mit Schutzplanken an Unfallschwerpunkten – wie zwischen Hankensbüttel und Alt-Isenhagen – könnten die vielen hunderttausend Kilometer Land- und Bundesstraßen nicht ansatzweise ausgestattet werden, so Weißmann. Vielmehr müssten die Auto- und Motorradfahrer ihre Verantwortung für sich und andere im vollen Umfang wahrnehmen. „Es ist nicht der Baum, der tötet.“

In dieselbe Kerbe schlägt Hans-Jürgen Riedel aus Langwedel. Riskantes Überholen und Gas geben sei an der Tagesordnung. Er ist der Meinung, dass Bäume an die Straßen gehören. „Wir brauchen sie. Dringend!“ Die Artenvielfalt gehe dramatisch zurück. „Stoppen können wir den Rückgang nur mit natürlichen Landschaften und dazu gehören auch Alleen.“ Sie würden die Wege der Insekten verkürzen, Nist- und Beobachtungsplätze für Vögel bieten. „Ich hoffe, dass Herr Dr. Ebel bei der Planung neuer Pflanzungen die Naturschutzverbände und Imkervereine miteinbezieht. Das ist eine große Chance für uns alle und unsere Tierwelt.“

VON PAUL GERLACH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare