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Neues Zuhause in Masel für acht Geflüchtete aus der Ukraine

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Von: Paul Gerlach

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Pflanzaktion der Dorfgemeinschaft in Masel mit den ukrainischen Geflüchteten.
Pflanzaktion der Dorfgemeinschaft in Masel mit den ukrainischen Geflüchteten am Sonntag, 27. März. © privat

Masel – Das kleine beschauliche Masel mit seinen 112 Einwohnern hat eine funktionierende Dorfgemeinschaft, die sich gerade in Krisenzeiten bewährt. Dies wird in diesen Tagen wieder deutlich: Acht ukrainische Geflüchtete sind nach einem privaten Hilferuf eines Maseler Einwohners im Ort untergekommen. Die Integration ist bereits angelaufen, alles läuft bisher gut und die Geflüchteten fühlen sich nach dem Kriegsgrauen dort wohl.

Die Maseler hatten zuvor an den Landkreis mehrere private Unterkünfte mit leer stehendem Wohnraum gemeldet. Das Schützenhaus wurde durch Privatpersonen mit Kleiderspenden für Kinder und Erwachsene ausgestattet, die Geflüchteten können sich dort bedienen. Das Schützenhaus dient auch als Begegnungsort: Dort treffen sich die Flüchtlingsfamilien zum Kochen und Wäsche waschen, ab und zu schaut auch mal ein Maseler vorbei und hält einen kleinen Klönschnack – entweder auf Englisch, oder man nutzt den Google-Übersetzer. Alles Nötige wird in Eigenregie organisiert, jeder hilft, wie er kann, es gibt eine eigens erstellte WhatsApp-Gruppe, in der aus jedem Maseler Haushalt jemand dabei ist. Durch Gegenstände, Arbeitskraft, Botendienste, Organisatorisches, Einkauf oder aber durch finanzielle Spenden wird unterstützt.

„Jeder hilft, wie er kann“

Die Dorfgemeinschaft wusste im Vorfeld nicht, wie viele Geflüchtete kommen, hatte aber beim Landkreis vorab Erkundigungen eingezogen und sich gut informiert, bevor die gemeinsame Entscheidung fiel, privaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Gerade auch in dem Bewusstsein, dass traumatisierte Menschen kommen könnten.

Die acht Geflüchteten wurden auf zwei großzügige Wohneinheiten im Ort verteilt, sodass sie als Familie zusammenbleiben konnten. Die Integration funktioniert gut, mit den beiden ukrainischen Flüchtlingsfamilien habe man viel Glück gehabt, ist zu hören. Die Kommunikation klappe recht gut, eine ukrainische Übersetzerin für die Anträge/Anmeldungen wurde zeitnah gefunden. Außerdem sprechen einige der Geflüchteten Englisch, ein großer Teil kann es zumindest verstehen.

Die ukrainischen Flüchtlinge sind sehr dankbar und lernen gerade auch die ersten deutschen Worte. Für den Kontakt zu anderen Geflüchteten in Deutschland, der häufig gesucht wird, werden gerade noch SIM-Karten durch die Maseler organisiert.

Eine der beiden Familien ist mit einem kranken Hund nach Masel gekommen, die andere mit einer Katze. Es gab kostenlose Unterstützung einer Hankensbütteler Tierärztin bei der Untersuchung und Impfung. Der Hund, der von Tumoren betroffen ist, befindet sich in kostenloser Behandlung bei einer Wesendorfer Tierärztin. Das Blumenhaus in Sprakensehl spendete Pflanzen für die Flüchtlingsunterkünfte, sodass diese im Garten vor der Haustür für viel Freundlichkeit sorgen.

Für die Ausstattung der Appartements mit Möbeln, Router, Gartenmöbeln, Kleidung und Lebensmitteln wird privat Sorge getragen, bis die staatlichen Leistungen eintreffen, die unter Mithilfe der Maseler beantragt worden sind. In dieser Woche wird noch ein Termin bei der Samtgemeinde für die Anmeldung folgen.

Die Ukrainer werden gefragt, was sie unternehmen möchten, und sie werden mit ins Dorfleben eingebunden. Gegenangebote wie zum Beispiel Hilfe im Garten stehen bereits. Auch bei einer Pflanzaktion am vergangenen Sonntag waren sie tatkräftig dabei. Ihre anfängliche Schüchternheit ist schon zu einem guten Teil gewichen. Die gemeinsamen Aktionen lassen sich gut nutzen, um die Beziehung zu festigen und Freundschaften entstehen zu lassen.

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