Generalkonvent mit Pfarrern

Neuer Regionalbischof Dr. Stephan Schaede zu Gast in Sprakensehl

Dr. Regionalbischof Dr. Stephan Schaede (4.v.r.) traf beim Generalkonvent unter anderem mit Superintendent Christian Berndt (Mitte ganz hinten) sowie den Pfarrern Helmut Kramer aus Ehra (v.l.) und Dr. Frank Kleinschmidt aus Ohrdorf zusammen.
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Hoher geistlicher Besuch auf Rölings Hof in Sprakensehl: Dr. Regionalbischof Dr. Stephan Schaede (4.v.r.) traf beim Generalkonvent unter anderem mit Superintendent Christian Berndt (Mitte ganz hinten) sowie den Pfarrern Helmut Kramer aus Ehra (v.l.) und Dr. Frank Kleinschmidt aus Ohrdorf zusammen.
  • Paul Gerlach
    VonPaul Gerlach
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Sprakensehl – So oft kommt ein Regionalbischof nicht in Sprakensehl vorbei – und per E-Bike schon mal gar nicht. Dr. Stephan Schaede zeigt sich offen für neue Wege. Der 57 Jahre alte promovierte Theologe war am Donnerstag, 30. September, zu Gast im Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen. Im Sprakensehler Bauerncafé Rölings Hof erörterte er mit einem knappen Dutzend Pfarrerinnen und Pfarrern Kernaspekte des Kirchenlebens. Angesichts zahlreicher aktueller Herausforderungen sieht sich Schaede in erster Linie in einer Vermittlungsposition zwischen der Landeskirche Hannovers und den Kirchenkreisen im Sprengel.

Schaede besuchte den hiesigen Kirchenkreis im Rahmen des alljährlichen Generalkonventes im evangelisch-lutherischen Sprengel Lüneburg, Sprakensehl war die zehnte und letzte Station von insgesamt 20 Gesprächsrunden. Schaede sprach bei der dreiwöchigen Tour insgesamt mit rund 300 Pfarrern und absolvierte die Termine per E-Bike. Nachhaltigkeit gehört zu einem der Themen, die der erklärte Bahn-Fan im Fokus hat. „Wir können nicht nur Klimatransformation einfordern. Da müssen wir bei uns anfangen.“

Position als Vermittler

In Sprakensehl ging es – ähnlich wie bei den anderen Gesprächsstationen – neben den von Pfarrerseite als Verletzungen empfundenen Stellenstreichungen auch um das Ausnutzen der vorhandenen Ressourcen, den Nachwuchsmangel und die Gestaltung der virtuellen kirchlichen Landschaft. Es wurde erörtert, wie man die Menschen und insbesondere die jungen Leute heutzutage erreicht. Schaede: „An ihnen, nicht am Sparzwang, entscheidet sich, welche Kirche wir sein werden.“ Zu den Stellenkürzungen sagte er, dass man nicht umhin komme, „alte Zöpfe abzuschneiden“ – auch wenn dies hart für die Betroffenen sei. Denn man müsse sich jeweils fragen, ob der Ertrag geistlicher Leistung hoch genug sei und für wen man da sein wolle. Denn angesichts der Austritte von Kirchenmitgliedern könnten gewisse Formen kirchlichen Wirkens nicht mehr stattfinden.

Schaede, der sich selbst als kleines Rad im Getriebe sieht, war nicht zum ersten Mal in der Region. Er ist an der Landschaft und Natur interessiert, die vielen kleinen Orte haben es ihm angetan (er war selbst mal Pfarrer im Solling). Bei der gemeinsamen Aufgabe, Anstrengungen zu unternehmen, um etwas gegen Strukturschwäche zu tun, sehe er auch die Kirche mit im Boot.

Dem Theologen liegt viel an den Begegnungen mit Menschen. Als Regionalbischof wolle er ganzheitlich für den Zusammenhalt der Pfarrer sorgen, zur Lösung von Konflikten beitragen und die Entwicklung der Kirche unterstützen. Er möchte viel vor Ort sein, den Mut aller Beteiligten verstärken, klare Worte sprechen und gemeinsam überlegen, worauf sich die Kirche konzentrieren sollte. Die bei seiner Tour gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse will er nun als Basis für seine weitere Arbeit nutzen. „Vitale Kirchenorte sollen so bleiben, wie sie sind.“ Es werde aber auch vieles zu technokratisch reguliert, monierte er.

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