Emmener bilden als einziger Betrieb im Landkreis jungen Mann zur Fachkraft für Agarservice aus

Neuer Beruf in der Landwirtschaft

Das Unternehmen in Emmen hat einen sechsreihigen Rübenroder mit Kettenlaufwerk angeschafft, auch den muss Auszubildender Martin Hösermann bedienen können, ebenso wie seine Kollegen, hier mit Karin und Heinrich Busse (links). Foto: Manicke

Emmen. Einen neuen Lehrberuf gibt es in der Landwirtschaft – die Fachkraft für Agrarservice. Betriebe, die ausbilden dürfen gibt es bisher nur wenige in Niedersachsen. Einer davon ist das landwirtschaftliche Lohnunternehmen Busse in Emmen.

In den Landkreisen Gifhorn und Uelzen nach eigenem Bekunden der einzige Ausbildungsbetrieb.

Der Betrieb wurde zum 1. August dieses Jahres als Ausbildungsbetrieb anerkannt – und hat gleich damit begonnen, einen jungen Mann zur Fachkraft Agarservice auszubilden. Der erste Auszubildende in Emmen ist Martin Hösermann. Der 21-Jährige hat bereits eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker absolviert und durfte deshalb gleich ins zweite Ausbildungsjahr einsteigen. Die Ausbildung beträgt im Normalfall drei Jahre.

Erste Fachkraft für Agarservice: Martin Hösermann mit seinem Ausbilder Jörn Behn (rechts). Foto: Privat

Ausgebildet wird der junge Mann, der in Wittingen wohnt, von Jörn Behn. Und der soll in einigen Jahren den Betrieb übernehmen, verrät Karin Busse, die gemeinsam mit ihrem Mann Heinrich die Firma führt, im IK-Gespräch. Die Ausbildung zur Fachkraft für Agarservice ist sehr umfangreich. Dazu gehören die Betriebsführung und Kalkulation, das Erstellen von Angeboten und deren Durchführung. Auskennen muss sich die Fachkraft auch in der Pflanzenproduktion, der Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung und dem Pflanzenschutz. Aber auch die Beratung von Kunden, die Präsentation von Dienstleistungen und die Umsetzung individueller Kundenanforderungen gehören zum Ausbildung.

Wichtige Punkte, so Behn, seien auch die Maschinenpflege und die Instandhaltung. Die Maschinen, die heute in der Landwirtschaft eingesetzt werden, sind bekanntlich sehr teuer sind und müssen während der Ernte einwandfrei funktionieren.

So kostet beispielsweise der Rübenroder, den das Emmer Lohnunternehmen in diesem Jahr angeschafft hat, mehr als eine halbe Million Euro, erzählt Landwirtschaftmeister Behn. Den sechsreihigen Rübenroder mit einem Raupenlaufwerk (vermeidet die Bodenverdichtung) muss Martin Hösermann ebenfalls bedienen können. „Der moderne Roder entblättert die Rüben, so dass der Kopf erhalten bleibt“, beschreibt Ausbilder Behn die Arbeitsweise des neuen Roders. Das bringe einen Mehrertrag für die Landwirte.

Das Lohnunternehmen wurde 1977 von Heinrich und Karin Busse gegründet. Ein Mähdrescher, ein Schlepper und ein Rübenroder waren die Basisausstattung des Dienstleistungsunternehmens in der Heidmark Hankensbüttel. Im Dezember 1979 verlegte der Betrieb seinen Standort nach Emmen (Im Winkel). Der Betrieb vergrößerte sich zunehmend, beschäftigt heute sechs Mitarbeiter und eine Aushilfskraft. 1984/1985 bauten Busses eine große Halle mit Werkstatt am Oerreler Weg in Emmen. Ein Jahr später wurde ein Wohnhaus gebaut, das dann um einen Büroanbau erweitert wurde.

Von Walter Manicke

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