„Man kann super viel damit bauen“

Neuer 3D-Drucker am Gymnasium Hankensbüttel: Viele Einsatzmöglichkeiten für die Schüler

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Die Lehrer Thomas Krummel und Stefan Rutt mit dem neuen 3D-Drucker der Schule.

Hankensbüttel – „So etwas haben nicht so viele“, sagt Thomas Krummel, Lehrer für Physik und Chemie am Hankensbütteler Gymnasium.

Der 3D-Scanner.

Die Rede ist vom neuen 3D-Drucker der Schule, den die Einrichtung dank der Finanzierung durch die Vereinigung der Eltern und Freunde des Gymnasiums seit wenigen Wochen ihr Eigen nennen darf. Krummels Kollege Stefan Rutt, Sammlungsleiter Physik, betont, dass die Verbreitung von 3D-Druckern generell zunimmt. Er wisse etwa von einigen anderen Schulen, die sie im Einsatz haben.

So sieht das kostenlose Programm aus, mit dem man Projekte für den 3D-Drucker konstruieren und designen kann. FotoS: Gerlach

Rutt hatte vor der Neuanschaffung zum Preis von 800 Euro die Initiative ergriffen und zunächst seinen privaten 3D-Drucker der Schule zur Verfügung gestellt. In Hankensbüttel haben die Schüler das neue Gerät bisher beim Solarauto-Bau eingesetzt (das IK berichtete). Rutt und Krummel haben für die Sammlungen Chemie und Physik schon einige Geräte gedruckt. Viele Versuche könne man auf diese Weise ermöglichen. So könne man etwa Dioden für die Elektrolyse bauen.

Rutt erläutert: „Die Geräte sind zuletzt im Preis gesunken. Man kann sie sich auch als Normalsterblicher leisten.“ Vor Jahren habe dies anders ausgesehen. Gerade bei Hobbybastlern habe die Verwendung zugenommen.

Eine Murmelbahn, die dem 3D-Drucker entsprungen ist: Sie zeigt, was mit dem Gerät alles möglich ist – auch im filigranen Bereich. Die Vorlage ist aus dem Internet.

Der Riesenvorteil liegt laut Rutt darin, dass man passgenaue Objekte bauen kann, wie es früher nur mit Holz, einer Werkbank und entsprechenden Gerätschaften möglich gewesen wäre. „Das geht jetzt einfacher. Wir konstruieren das Objekt, entwerfen das Design – und den Rest erledigt der Drucker.“ Das Konstruktionsprogramm – an der Schule kommt die kostenlose, webbasierte Software Tinkercad zum Einsatz – sei „kein Hexenwerk“. Jeder könne damit konstruieren. „Die Schüler hatten es schnell raus.“

Laut Krummel fördert der 3D-Drucker bei den Schülern das räumliche Denken und die Fähigkeit, Abmessungen abzuschätzen. Nur die Feinmotorik mit den Fingern spiele keine Rolle mehr: Das müsse den Schülern an anderer Stelle im Unterricht beigebracht werden.

Mit dem Gerät wird an der Schule metallähnliches Material verarbeitet – und zwar etwa Polylaktat, ein Kunststoff auf der Basis von Milchsäure. Oder auch ein bronzeähnliches Material mit Metallanteil (Späne) oder ein Holzmaterial (mit Sägespänen). Mit einem elektrisch leitfähigen Material lassen sich sogar Platinen drucken, so Rutt, der vor fünf Jahren in die Thematik eingestiegen ist. Farblich seien bei den Objekten alle Regenbogenfarben möglich.

Dadurch, dass der Drucker die Objekte in Bienenwabenstruktur herstellt, ist er materialschonend. Die Materialkosten sind laut Rutt ohnehin überschaubar: Eine große Rolle Material koste 30 Euro. Die gedruckten Objekte sind leicht und trotzdem stabil.

Rutt und Krummel möchten verstärkt die Fachgruppen Kunst, bei der Konstruktion und Design eine große Rolle spielen, und Mathematik in Sachen 3D-Druck einbinden. „Man kann super viel damit bauen. Wir möchten Erfahrungswerte sammeln“, betont Krummel. Das gilt auch für den neuen 3D-Scanner, den ebenfalls der Förderverein finanzierte.

VON PAUL GERLACH

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