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„Neue Möglichkeiten, wenn man will“

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In Hankensbüttel sorgen die Pläne für weitere Windräder für rege Diskussionen. F.: picture-alliance/dpa

Hankensbüttel. Das Thema Windkraft spielte eine zentrale Rolle während des Werkstattgesprächs der Hankensbütteler SPD, bei dem der Leiter der Abteilung Regionalplanung des Zweckverbands Großraum Braunschweig (ZGB), Jens Palandt, zu Gast war. Seinen Ausführungen zufolge spielen die regenerativen Energien eine zentrale Rolle in der künftigen Gemeindeentwicklung. Unter den zahlreichen Zuhörern saßen auch Vertreter der Eigentümergemeinschaft Harsahl, die weitere Windräder bei Hankensbüttel plant als Verlängerung des Windparks Obernholz.

Zu den Schlüsselthemen der nahen Zukunft zählte Palandt auch den Umbau der Energieversorgung, der vom Raum getragen werden müsse – von den Grundeigentümern und den Kommunen. Gewerbesteuern müssten vor Ort bleiben, fand Palandt. Im Rahmen der Regionalentwicklung erstellt der ZGB eine Potenzialanalyse für Windenergie.

Dass das Thema Windkraft die Gemüter in der Samtgemeinde bewegt, wurde auch während des Werkstattgesprächs deutlich. Eine Bürgerin sah in dem Vereinbaren vom Fortschritt regenerativer Energien, Landschaft und Tourismus die „Quadratur des Kreises“. Windräder würden die Landschaft beeinflussen, ein Beispiel seien die Repker Segelflieger. Sie sah Bedarf „miteinander zu reden“. Ein weiterer Zuhörer fand ein Einvernehmen zwischen Landwirten und Bürgern wichtig.

„Es gibt viele berechtigte Interessenlagen“, fand der Hankensbütteler SPD-Ortsvereinsvorsitzende Martin Rausch. Man müsse gemeinsam wissen, in welche Richtung sich die Kommune orientieren will.

Das Interesse an Windkraft ist groß im Gebiet des Zweckverbandes. 60 Vorrangeignungsgebiete für Windkraft gibt es laut Palandt im ZGB, dazu 80 Antragsteller, Tendenz steigend. Auch in Hankensbüttel gebe es eine Potenzialfläche. Palandt: „Das eröffnet neue Möglichkeiten – wenn man denn will.“ Was weitere mögliche Gebiete für neue Windräder angehe, wolle der ZGB Ende des Jahres auf die Gemeinden zukommen. Neueste Windkraftanlagen seien deutlich leiser als alte Maschinen. Der Begriff „Verhinderungsplanung“ fiel ebenfalls während des Abends. Eine kreative Gemeinde kann mitgestalten, es gibt aber Grenzen, informierte der Vertreter des Zweckverbandes. Der Trend gehe ganz deutlich zu regenerativen Energien. Und er machte auch deutlich: „Wenn man Windkraft will, kann es auch sein, dass diese vor der Haustür steht.“ Er appellierte daran, mutig zu sein und konkrete Entscheidungen zu treffen.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Schneck informierte, dass die Kapazitäten von Biogas in Niedersachsen allmählich am Ende seien. „Bei Windkraft geht aber noch was. Wir brauchen sicheren sauberen Strom.“ Die Eigentümergemeinschaft Harsahl, die einen Windpark als Erweiterung des Parkes Wettendorf-Bottendorf plant, will auf einen Bürgerwindpark hinarbeiten. Rausch stellt nach dem Abend nun die Frage eines Konzeptes, wie ein solcher Bürgerwindpark gestaltet wird und wie konkret eine Beteiligung durch den Bürger aussieht. Zudem wünsche er sich eine politische Aussage für einen 1000 Meter Abstand des Windparks zum Ort. Er habe nach Gesprächen mit Bürgern das Gefühl, dass es eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung für eine weitere Ausweisung von Windkraftgebieten gebe, aus finanzieller und ökologischer Sicht.

Von Sabine Peter

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