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Neue Heimat: Repker Segelflieger steigen von Metzingen aus in Lüfte

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Von: Paul Gerlach

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Segelflugzeug DG-505 am Flugplatz Berliner Heide in Metzingen.
Flugplatz Berliner Heide in Metzingen statt der Schnuckenheide in Repke: Die Luftsportvereinigung Altkreis Isenhagen (LVI) ist im neu gegründeten Verein VfL Südheide aufgegangen. © Privat

Repke/Metzingen – Früher starteten sie ihre Flüge von der Repker Schnuckenheide aus: Mittlerweile haben die Mitglieder der Luftsportvereinigung Altkreis Isenhagen (LVI) im Verein für Luftsport (VfL) Südheide eine neue Heimat gefunden. Sie finden dort umfangreiche Möglichkeiten vor, der Ende vergangenen Jahres gegründete VfL sieht sich gut aufgestellt. Der Hauptfokus liegt nun auf der Ausbildung, aber auch auf Wettbewerbs-Ebene ist man aktiv – der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist das Ziel.

Rund 40 LVI-Mitglieder, zur Hälfte Aktive und zur Hälfte fördernde Mitglieder, sind im VfL aufgenommen worden, der aus einer Fusion mit dem FTV Metzingen 2001 hervorgegangen ist. Der VfL setzt mit insgesamt 110 Mitgliedern (45 Aktive, 65 fördernde Mitglieder) seine Sportaktivitäten auf dem Flugplatz Berliner Heide in Metzingen (Landkreis Celle) um. Die Fluktuation war trotz dieses Umbruches gering, lediglich fünf Mitglieder verließen den neuen Verein – deutlich weniger als erwartet, so Vorsitzender David Priestley im IK-Gespräch. Der gesamte Prozess sei von den Mitgliedern sehr positiv begleitet worden – mit einer 90-prozentigen Zustimmung über beide Vereine hinweg gesehen.

Vereine kennen sich gut

Das kommt nicht von ungefähr: Beide Vereine kennen sich seit Beginn der Flugaktivitäten, seit 15 Jahren hat man regelmäßig Kontakt und Austausch gehabt. Immer wieder hat man zusammengearbeitet, insbesondere im Jugendbereich. Seit 2019 wurde der Flugbetrieb gemeinsam koordiniert und umgesetzt. Aus beiden Vereinen habe man das Beste herausgezogen, sagt Priestley, zudem hätten beide Vereine Flugzeuge in den gemeinsamen Park mit eingebracht. So verfügt man jetzt über sieben Flugzeuge (3 Doppelsitzer, 3 Einsitzer und 1 Motorsegler) und hat somit ausreichend Kapazitäten für die Ausbildung. Gerade erst sind sechs Flugschüler neu dazugekommen, was Priestley nach all den Herausforderungen durch die Corona-Zeit als sehr gutes, hoffnungsvolles Signal bezeichnet. Einige Flugzeuge wurden verkauft und das Geld in die Modernisierung von alten Strukturen gesteckt.

Beim VfL ist deutlich Aufbruchsstimmung zu spüren. Es läuft alles sehr gut an, sagt Priestley. Nun müsse man als Verein dran bleiben. Der Fokus wird auf die Ausbildung gesetzt, Luftsport für jedermann ist dabei das Motto. Oft leide die Ausbildung, wenn man sich zu stark auf die Teilnahme an Wettbewerben konzentriere. Beim VfL wird daher auf einen Kompromiss zwischen Spaß und Leistung gesetzt. Ausbildung und der Segelflugsport generell stehen im Mittelpunkt. Spaßfliegerei, Strecken- und/oder Kunstflüge gehören zu den Kernaktivitäten der aktiven Scheinpiloten. Daneben wird auch die Ausbildung von „Fußgängern“ zu Segelflugpiloten weiter vorangetrieben.

Wer Wettbewerbe fliegen möchte, kann das natürlich auch. Aktuell nimmt der VfL an der Qualifikationsliga teil und liegt mal auf Platz 1, mal auf Platz 2.

2. Bundesliga als Ziel

Der Verein strebt an, in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Vielleicht geht es über kurz oder lang auch noch höher, die LVI war in früheren Jahren schließlich schon in der 1. Bundesliga mitgeflogen und hat hervorragende Leistungen im Bereich des Streckenfluges geleistet. Auf die Erfahrung der „alten Hasen“, die wissen, wie man sich in den vorderen Reihen positioniert und bewegt, kann nun der VfL aufbauen und zählen. Von März bis Oktober findet an allen Wochenenden Flugbetrieb statt, sofern die Wetterbedingungen dies zulassen. Weitere Infos gibt es unter www.vfl-südheide.de und www.flugplatz-berliner-heide.de.

• Zur Erinnerung: In 2017 hatten die Repker Segelflieger einen Tiefschlag erlitten, als der Investor eine bereits gegebene Zusage für einen Flugplatz auf dem ehemaligen Dedelstorfer Kasernengelände zurückgezogen hatte. Die LVI musste sich damals unweigerlich die Zukunftsfrage stellen. Mit dem Domizil in Metzingen sieht die Perspektive nun aber sehr gut aus.

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