Reines Wohngebiet soll in Emmen entstehen / Mischform nach Rücksprache mit Landkreis nicht möglich

Neue Bauplätze mit Lärmschutzwall

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Hier soll – angrenzend an die bestehende Bebauung – das Baugebiet „Hinter den Gärten“ in Emmen entstehen. Laut Planung umfasst es in etwa 25 Bauplätze. Beim allergrößten Teil – bis auf zwei Grundstücke im südlichen Bereich – ist Zweigeschossigkeit erlaubt.

Emmen. Auf Emmen kommt Großes zu – und das ist durchaus auch wörtlich zu nehmen. Beim geplanten neuen Baugebiet „Hinter den Gärten“ (das IK berichtete) mit etwa 25 Bauplätzen ist ein Lärmschutzwall nötig.

Laut Heinz Gödecke von der Verwaltung handelt es sich um ein Bauwerk von sechs Metern Höhe und 20 Metern Breite. Am südlichen Ende des Baugebietes – in Richtung des Lohnunternehmens Busse – wird bei zwei Bauplätzen nur eine eingeschossige Bauweise erlaubt, ansonsten ist auf der restlichen Fläche Zweigeschossigkeit erlaubt.

Die Politik hatte zunächst gehofft, dass man auch ohne den großen Wall auskommt. Bürgermeister Dirk Köllner hatte bei der Sitzung des Hankensbütteler Bauausschusses am Dienstagabend beantragt, dass aus dem gesamten Baugebiet ein Mischgebiet werden soll. Sein Antrag wurde bei einer Enthaltung angenommen. Ein Wall wäre im Mischgebiet nicht nötig, war zu hören.

Einstimmig empfahl der Ausschuss dann dem Rat, dass dem Entwurf des Bebauungsplanes – inklusive dieses Änderungsantrages – zugestimmt werden soll. Der B-Plan soll mindestens 30 Tage öffentlich ausgelegt werden. Gleichzeitig sollen die Träger öffentlicher Belange beteiligt werden.

Doch diese Empfehlung des Ausschusses ist schon jetzt überholt: Sie wird wieder zurückgenommen werden und im Verwaltungsausschuss sowie im Rat abgeändert werden, kündigte Köllner gestern gegenüber dem IK an. Denn nachdem er mit dem Landkreis Rücksprache gehalten hat, ist klar, dass ein Mischgebiet in Emmen nicht genehmigt werden wird. „Das werden wir also auch nicht versuchen.“ So soll das Ganze, wie schon ursprünglich angedacht, auf ein reines Wohngebiet hinauslaufen.

Gödecke betonte indes bei der Sitzung am Dienstag, dass man den Bauwilligen nur wenige Einschränkungen mache. „Bis auf glänzende Fassaden ist alles erlaubt beim Wohnen.“ Die Vorgaben seien offen gestaltet. Bei den Dächern sei nicht nur rot oder braun erlaubt, sondern auch andere Farben. Regeln zur Dachneigung seien völlig herausgelassen worden. Mit 0,4 bei der Grundflächenzahl lasse man es zu, dass die Grundstücke größtmöglich ausgenutzt werden könnten.

Der Wall wird laut Gödecke gleichzeitig als Ausgleichsfläche genutzt und bepflanzt. Zwei Grundstücke, die sonst zusätzlich möglich gewesen wären, gehen allerdings durch die Fläche für den Wall verloren – und damit auch die Einnahmen für die Kommune durch deren Verkauf.

Von Paul Gerlach

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