Hankensbütteler Verkehrsausschuss sieht keine Notwendigkeit für flächendeckende Regelung

Nein zu weiteren Tempo-30-Zonen

+
Die Wählerinitiative Hankensbüttel (WIH) fordert nahezu für den gesamten Ort, unter anderem am Amtsweg (Foto), eine Beschränkung auf Tempo 30. Die Mitglieder des Verkehrsausschusses wendeten sich dagegen: Sie sehen dafür keine Notwendigkeit.

Hankensbüttel. Fast die gesamte Gemeinde Hankensbüttel sollte flächendeckend mit Tempo-30-Zonen belegt werden – abgesehen von Alt-Isenhagen und Isenhagen. Diese Forderung stellt die Wählerinitiative Hankensbüttel (WIH) auf.

Ein entsprechender Antrag stieß im Verkehrsausschuss jetzt allerdings auf breite Ablehnung: Die Mitglieder sehen dafür schlicht keine Notwendigkeit.

„Überall in Deutschland gibt es Tempo-30-Zonen, weil die Leute Angst um die Verkehrssicherheit ihrer Kinder haben“, begründete Reinhard Weißmann den Antrag seiner Fraktion. Die Menschen wollten weniger Emissionen, weniger Lärm, weniger Feinstaub und weniger Verkehrsstress. „Wir wollen in unserer Gemeinde mit Familienfreundlichkeit werben“, betonte Weißmann. Die Zonen würden für eine „nennenswerte Reduzierung“ bei der Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer sorgen. Er könne sich Metallschwellen an Eingangsbereichen der Zonen und aufgedruckte Tempolimits auf den Straßen vorstellen. Auch könnten Fahrbahnen durch Pflanzkübel oder Ähnliches optisch verschmälert werden.

Der WIH-Vorstoß traf bei den anderen Fraktionen auf nur wenig Gegenliebe. Vielmehr wurden die damit verbundenen Schwierigkeiten hervorgehoben. In vielen Fällen würde landwirtschaftlicher Verkehr auf den Straßen liegen. Bei Tempo 30 ist das beidseitige Parken erlaubt –das könnte an einigen Straßen für Probleme sorgen. Nicht nur wegen der großen landwirtschaftlichen Gespanne, sondern auch bei Feuerwehreinsätzen.

Ratsfrau Ingrid Wrede (FDP), Christian Speitling und Henning Buhr (beide CDU) sahen „eine Regelungswut“ zu Tage treten. „Wenn Tempo 30 nicht nötig ist, bin ich kein Freund davon“, sagte Speitling. Der Tenor in der Runde: In vielen der kleineren Straßen Hankensbüttels könne man ohnehin aufgrund parkender Autos oder wegen Vorfahrtsregelungen nicht schneller als 30 km/h fahren, das sei nur auf den langen Durchfahrten möglich. Doch die Kommune bekommt nur Gebiete als Tempo-30-Zone genehmigt, nicht einzelne Straßen. „Die Zonen müssen überwacht werden. Wer soll das machen?“, fragte sich Speitling.

Dessen Fraktionskollege Henning Buhr betonte zudem, dass sich für ihn Familienfreundlichkeit nicht nur über Tempo-30-Zonen definieren würden. Bürgermeister Dirk Köllner unterstrich, dass es meist eher die Anlieger seien, die zu schnell fahren würden. „Wir haben kein grundsätzliches Problem.“ Durch parkende Fahrzeuge gebe es mehr Schwierigkeiten als durch Einzelne, die zu schnell fahren würden.

„Grundsätzlich gebe ich Reinhard Weißmann recht, aber es gibt mehr Schwierigkeiten, als dass wir uns damit etwas Gutes tun“, fasste Dirk Niebuhr (CDU) zusammen. Fast in jedem der Gebiete gebe es eine Straße, „wo wir Probleme kriegen“, betonte Peter Dietz (Grüne). An den Baugebieten sei das Tempo auf den Straßen ohnehin schon entsprechend geregelt, sagte Köllner. Dementsprechend fand auch Monika Geertsema (SDP): „Wir sollten erstmal die Finger davon lassen.“

Niebuhr sah auch grundsätzlich keinen Anlass für weitere Tempo-30-Zonen: Es gebe keine verstärkten Unfälle, somit sei keine Gefahr im Verzug.

Von Paul Gerlach

Das könnte Sie auch interessieren