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Nahwärmeversorgung für 65 Haushalte in Bokel

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Holzhackschnitzel werden sortiert.
Rund 4000 Kubikmeter zerkleinertes Holz sollen jährlich in der Hachschnitzelheizungsanlage verarbeitet werden, die in Bokel geplant ist. Nach aktuellem Stand werden zwei Drittel des Dorfes mit der produzierten Wärme versorgt. © Armin Weigel

Das war einstimmig. Der Vorbereitungsausschuss der Gemeinde Sprakensehl hat sich jüngst dafür ausgesprochen, den sich am Dienstag versammelnden Gemeindratsmitgliedern den Bau einer Nahwärmeversorgungsanlage zu empfehlen.

Bokel/Sprakensehl – Es geht dabei um ein Projekt der Winkelmann Nahwärme GbR in Bokel, das starten kann, sobald der Gestattungsvertrag abgeschlossen wird.

Stabile Versorgung gilt als gesichert

Dieser ist laut Bürgermeisterin Christiane Fromhagen so durchdacht, dass dem Vorhaben nichts mehr im Wege stehen dürfte. Auf IK-Anfrage erklärt Projektinitiator Heinrich Winkelmann, welche Maßnahmen genau erfolgen und wem die Nahwärmeversorgung via Hackschnitzelheizungsanlage zugutekommt: „Bokel hat rund 100 Häuser, 65 von ihnen werden nach jetzigem Stand mit der Energie versorgt. Einige Haushalte machen nicht mit, weil sie mit Holz heizen oder als Neubau selbst Wärme produzieren“, so Winkelmann, der prinzipiell aber das komplette Dorf ausrüsten kann. So werde jede Straße angebunden, kein Haushalt bliebe außen vor.

Auch könne er versichern, dass die Versorgung stabil und zuverlässig funktioniert. „Es gibt einen Notfallplan, sollte die Anlage zum Beispiel durch einen Brand kaputtgehen. Mobile Hackschnitzelheizungsanlagen sind in 15 bis 20 Stunden aufzubauen. Die stellen wir dann einfach in Bokel auf.“ Eine Hilfe sind laut Winkelmann ebenso Ölheizungen und Pufferspeicher, die er zu Zwecken der Wärmeversorgung verbinden würde. „Wir wollen ganz Bokel mit Wärme bedienen. Durch diese Maßnahmen wird das auch möglich sein.“

Pro Jahr brauche er dafür circa 4000 Kubikmeter Hackschnitzel beziehungsweise 3 bis 3,2 Millionen Kilowattstunden Energie. Dieselbe Menge werde aber auch für die Bokeler produziert. „Zum Start ist die Anlage aber nicht ganz ausgelastet, sodass es später auch 3,5 Millionen Kilowattstunden sein können“, rechnet Winkelmann vor. Das Brennmaterial komme dabei von den Forstgemeinschaften aus der Region: Eine günstige Möglichkeit, Holz zu erwerben, wie der Projektinitiator sagt. Zuweilen könne auch Geäst verwendet werden, das anfällt, wenn die umliegenden Wälder durchforstet werden.

Millionenschwere Bau-Investition

Das Leitungsnetz für die geplante Anlage führt übrigens über gemeindeeigene Grundstücke – wird die Straßensituation vor Ort aber nicht beeinflussen, wie es von Fromhagen bei der Ausschusssitzung hieß. „Ja, das Netz führt an den Straßen entlang. Ausgehend von meinem Hof im Süden des Ortes nach Norden, Westen und in Richtung Altenheim sowie dem Hühnerstall“, ergänzt Winkelmann im IK-Gespräch.

Nachdem die Baugenehmigung, die Durchlassgenehmigung von der Gemeinde und dem Land Niedersachsen sowie ein Durchlass zur Ilmenau vorliegen beziehungsweise bearbeitet werden, steht Winkelmann in den Startlöchern: „Wir hoffen darauf, noch dieses Jahr bauen zu können. Meine Scheune liegt bereits voller Rohre.“ Wie hoch die Gesamtinvestitionssumme für die Anlage ist, wollte der Bokeler nicht nennen. „Nur soviel: sie liegt im siebenstelligen Bereich.“

Die abschließende Entscheidung zum Bokeler Nahwärmenetz trifft der Sprakensehler Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag, 30. August, ab 19 Uhr im Hotel Dierks in Repke.

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