Abenteuerliche Geschichte: Schlegel-Brüder übernehmen vor 50 Jahren Landmaschinenbetrieb

Aus der DDR nach Hankensbüttel

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Oldtimer gehören zu den Hobbys der Brüder Bernd (links) und Erich Schlegel, hier ein Hanomag-Schlepper, Baujahr 1964. Sie reparieren nicht nur Trecker, sondern besorgen auch Ersatzteile für Oldtimerfreunde.

Hankensbüttel. Es ist schon eine abenteuerliche Geschichte, die die Brüder Bernd und Erich Schlegel vor 50 Jahren nach Hankensbüttel verschlagen hat. Zusammen mit ihrem Vater Erich haben die Schlegel-Brüder einen Landmaschinenhandel am Fillerberg aufgebaut.

Für den suchen sie nun aus Altersgründen einen Nachfolger.

Der 69-jährige Bernd und sein sechs Jahre älterer Bruder Erich wollen sich zur Ruhe setzen, wie sie im IK-Gespräch verraten. Auch gesundheitliche Gründe spielen bei dieser Entscheidung eine Rolle, denn Bernd Schlegel hat eine Herzopeation hinter sich.

In Delidzsch, das liegt bei Leipzig, hatte Senior Erich Schlegel einen Landmaschinenbetrieb aufgebaut. Als die DDR-Führung im Jahre 1960 beschlossen hatte, den Betrieb zu enteignen, entschloss sich die Familie das Land zu verlassen. Möglich war das damals noch über Berlin. Die Familie setzte sich kurzerhand in die S-Bahn und fuhr von Ostberlin in den Westen. „Bis zum Mauerbau am 13. August 1961 war das noch möglich“, erzählt der 75-jährige Erich Schlegel.

Von Berlin aus hat es die vierköpfige Familie nach Wolfenbüttel verschlagen. Dort arbeiteten Vater und Söhne in einer Autowerkstatt. Im Jahre 1962 pachteten sie die Werkstatt mitsamt dem Landmaschinenhandel am Fillerberg 1 in Hankensbüttel. Fünf Jahre später kaufte die Familie die Werkstatt, die sie dann gemeinsam betrieb. „Damals gab es noch viele kleine Bauern, es war eine gute Zeit“, erzählt Erich Schlegel.

Durch den Strukturwandel im Laufe der Jahrzehnte gebe es heute nur noch große Betriebe, bedauern die Brüder. In manchen Orten gebe gar keine landwirtschaftlichen Betriebe mehr.

Der Betrieb in Hankensbüttel mitsamt Büro, Werkstatt und Lagerräumen liegt auf einem rund 4000 Quadratmeter großen Gelände in Nähe der Bahnlinie von Wittingen über Hankensbüttel nach Celle. Wenn die beiden Senioren zurückschauen, hat es ihnen in Hankensbüttel in all den Jahren sehr gut gefallen. Die Infrastruktur sei gut, auch gebe es viele Freizeitmöglichkeiten. Die Brüder denken da an den Isenhagener See, das Kloster und das Otter-Zentrum. Bernd und Erich Schlegel fühlen sich nach eigenem Bekunden sehr wohl in Hankensbüttel. Nun hoffen sie, dass sie einen Nachfolger finden, um sich zur Ruhe setzen zu können.

Von Walter Manicke

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