Frederic Schirmer, neuer Förster in Behren, über das Arbeiten in einem Waldgebiet – so groß wie 2100 Fußballfelder

„Nach fünf Jahren kennt man den Busch“

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Frederic Schirmer ist der neue Förster in Behren. Nach und nach wird er nun das große Revier erkunden. Es umfasst eine Fläche von rund 2100 Fußballfeldern. 

Behren. Es geht sofort in die Vollen. „Das Tagesgeschäft hat mich gleich eingeholt“, sagt Frederic Schirmer. Der 34-Jährige ist seit Anfang Mai der neue Revierleiter der Försterei Behren.

Er betreut den Landeswald zwischen Behren, Sprakensehl, Hagen und Weyhausen – eine Fläche, die rund 2100 Fußballfeldern entspricht, und die Schirmer nun nach und nach abarbeiten wird.

„Wir haben die Maschine im Revier“, sagt der neue Mann. Es steht also Holzernte per Harvester auf der Tagesordnung. Im Sommer werde es hoffentlich etwas ruhiger. „Wir werden wegen der Sturmschäden kein dickes Holz einschlagen“, sagt Schirmer. „Wir wollen den Markt nicht überschwemmen und die Situation entspannen.“ Denn es gebe immer wieder Gewitterstürme in der Region.

Die Holzernte verläuft laut Schirmer nahezu problemlos. „Wir haben hier sehr sandige Böden.“ Daher gebe es nur sehr wenige nasse Ecken im Revier. Schirmer ist froh darüber: Er wisse von Kollegen, dass es anderswo ganz anders aussehe. „Unsere Forstwege werden wir wieder herrichten“, kündigt er an.

Schirmer ist gebürtiger Franzose: Er ist in Saint-Martin-d’Hères bei Grenoble geboren worden und aufgewachsen. 1999 zog er mit seinen Eltern in die Lüneburger Heide nach Munster. „Wir waren immer viel draußen in der Natur und sind wandern gegangen.“ Nach seinem Abitur leistete er am Institut für Wildtierforschung seinen Zivildienst ab. Während der Zeit hatte er zufällig bereits auf den Flächen seiner heutigen Revierförsterei zu tun. Nach und nach kristallisierte sich so sein Berufswunsch Förster heraus. „Nach meinem Studium an der Uni in Göttingen habe ich ab 2013 meine Anwärterzeit im Forstamt Münden absolviert und wurde 2015 von den Niedersächsischen Landesforsten übernommen.“ Sein Ziel war es, irgendwann eine Försterei in der Lüneburger Heide zu leiten. „Dass mein Wunsch so schnell in Erfüllung geht, ist ein Traum. Ich freue mich auf die Herausforderungen dieser vielfältigen Revierförsterei und auf die Zusammenarbeit im Forstamtsteam.“

Neben der naturnahen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung wird auch der Naturschutz Schirmers Arbeit prägen. Zum 1. Juni wird er mit seiner Lebensgefährtin in das renovierte Förstereigehöft Behren einziehen. Schirmer löst seinen Vorgänger André Möhle ab, der Mitte 2016 in Behren die Leitung übernommen hatte und sich nun beruflich umorientiert hat. „Die Überlappungszeit war etwas kurzfristig, aber es gab eine kleine Einführung“, sagt Schirmer. Zumal er auf Erfahrungswerte seiner Kollegen zurückgreifen kann: In seiner Forstwirtgruppe hat manches Mitglied über 30 Jahre Berufserfahrung. „Ich werde nicht alleine gelassen.“ Zunächst wird er nun die riesige Fläche gliedern und sie Stück für Stück abarbeiten. „Unter Förstern sagt man: Nach fünf Jahren kennt man den Busch“, sagt Schirmer schmunzelnd.

• Die Försterei Behren ist eine von acht Förstereien im Forstamt Unterlüß. Die Waldflächen des Forstamtes erstrecken sich über die Landkreise Celle, Gifhorn und Uelzen. Weitere Infos zum Forstamt Unterlüß finden sich unter www.landesforsten.de/unterluess.

Von Paul Gerlach

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