Von Agrarpolitik frustrierte Landwirte sind gesprächsbereit / Start in Luftkurort

Nach Demo: Hoffnung auf Dialog

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Einige Schlepper aus dem Isenhagener Land beim Zwischenstopp in Heeßel auf dem Weg nach Hannover. Foto: privat

Isenhagener Land / Hannover – Bundesweit hat die Bewegung „Land schafft Verbindung – wir rufen zu Tisch“ gestern Kundgebungen organisiert – bei der Demo in Hannover waren zahlreiche Landwirte aus dem Isenhagener Land und dem gesamten Kreis Gifhorn dabei.

Der Wentorfer Florian Dralle, der die Aktion auf Landesebene mit vorbereitet hatte und für die hiesige Region als Sprecher fungiert, berichtete dem IK, dass gestern Morgen beim Start in Hankensbüttel am Turmweg mehr als 60 Schlepper dabei waren. Mit Polizeigeleit machten sie sich auf den Weg nach Hannover. Weitere Landwirte aus der Umgebung fuhren mit dem Auto oder mit dem Zug in die Landeshauptstadt, um ebenfalls an der Kundgebung teilzunehmen, so Dralle.

Reibungsloser Ablauf

„Die Resonanz in Hannover war super“, sagt der Wentorfer. Viele Schlepper aus anderen Regionen hätten sogar erst zum Ende der Veranstaltung hin – wenn überhaupt – dazustoßen können, weil der Rückstau so groß gewesen sei. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) habe bei seiner Rede Zuspruch, aber auch „nicht so tolle Reaktionen“ erhalten, berichtete Dralle. Lies wolle mit den Landwirten in Dialog treten. „Wenn er das macht, haben wir etwas bewirkt.“

In Hannover haben die hiesigen Landwirte durchweg positives Feedback von der Bevölkerung erhalten, sagte Sprecher Dralle. Im Großen und Ganzen sei die Veranstaltung reibungslos gelaufen. Ihm seien keine Zwischenfälle bekannt geworden. Die Bewegung habe ihre gesteckten Ziele für die Kundgebung teils erreicht, lautet Dralles Fazit. Nun müssten den Worten der Politiker aber auch Taten folgen. Man sei weiter zu Gesprächen bereit. Die Landwirte würden zuversichtlich in die Zukunft schauen und haben sich gefreut, für ihren Berufsstand in Hannover eintreten zu können, gibt der Sprecher den Tenor wieder. „Landwirt ist ein toller Beruf. Wir haben in Hannover Flagge gezeigt.“

Fast 17 000 Mitglieder (Stand gestern Abend) hat die Facebook-Gruppe der Bewegung mittlerweile. Dabei wurde sie erst Anfang Oktober erstellt. Quasi aus dem Nichts heraus habe man somit die Aktion in Hannover umgesetzt, sagt Dralle – mit lediglich zwölf Tagen Vorbereitungszeit.

„Die Stimmungslage unserer Bäuerinnen und Bauern pendelt zwischen tiefer Enttäuschung und echtem Frust“, sagte Landvolkvizepräsident Dr. Holger Hennies in einer Reaktion. Das habe sich bei den bundesweiten Protesten deutlich gezeigt.

VON PAUL GERLACH

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