Theaterstück zur Reformation in unserer Region feiert Anfang März Premiere / Projekt basiert auf historischen Quellen

„Mutige Herzen“ im Kloster Isenhagen

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Herzog Franz schaffte es, die Isenhagener Äbtissin Margareta von Boldensen in die Flucht zu schlagen. Damit verhalf er der Reformation zum Sieg. Der Kampf um den wahren Glauben steht im Mittelpunkt des Theaterstückes „Mutige Herzen“, das im März im Isenhagener Kloster zu sehen sein wird. 

Isenhagen. „Mutige Herzen – Die Reformation im Kloster Isenhagen“ – unter diesem Motto steht ein Theaterstück, das dort am Samstag und Sonntag, 4. und 5. März, aufgeführt wird.

Die Premierenvorstellung findet ab 19.30 Uhr statt, der zweite Aufführungstermin ab 15. 30 Uhr. Außerdem ist das Stück am 1. und 2. April (Beginn 19. 30 Uhr beziehungsweise 16 Uhr) im Rittersaal des Gifhorner Schlosses zu sehen.

Das Theaterstück zur Reformation in unserer Region ist ein Projekt der Museen des Landkreises Gifhorn, des Klosters Isenhagen und des Theatrum Hohenerxleben.

Als Herzog Ernst 1527 aus tiefer Überzeugung beginnt, sein Fürstentum zu reformieren und für den Wechsel vom katholischen zum evangelischen Bekenntnis zu sorgen, stößt er damit nicht nur auf Wohlwollen. Die Klöster haben am meisten zu verlieren. Als Ernst in den Jahren 1524 und 1525 von den Klöstern seines Machtbereichs beträchtliche Geldsummen verlangte, um Schulden in Höhe von 28 000 Goldgulden zu bezahlen, bangten die Konvente der Lüneburger Klöster, zu denen auch Isenhagen gehörte, um ihre Eigenständigkeit.

In Isenhagen beginnt ein wahres Drama: Äbtissin Margareta von Boldensen verteidigt die Klostergüter, vor allem aber den althergebrachten Glauben als ihren wertvollsten Schatz, manche Nonnen wiederum sind ergriffen von der Reformation, wollen aber ihre verehrte Äbtissin nicht enttäuschen. Ein Gemenge aus weltanschaulichen Idealen, aus wirtschaftlicher Erpressung und politischem Opportunismus entsteht, in welchem sich alle Parteien verfangen. Ausgerechnet der Lebemann Franz, Ernsts jüngerer Bruder, schafft es schließlich, die Äbtissin in die Flucht zu schlagen und der Reformation zum Sieg zu verhelfen.

Die Reformation ist auch in Isenhagen durchgesetzt: Herzog Franz tritt 1539 die Herrschaft über Gifhorn-Isenhagen an und bezieht das Renaissanceschloss in Gifhorn. Eine nicht katholische Äbtissin übernimmt die Leitung des jetzt evangelischen Damenstiftes. Seit der Reformation besteht im Kloster das Konvent evangelischer Damen.

Aus den historischen Quellen haben die Museen des Landkreises gemeinsam mit dem Theatrum Hohenerxleben ein packendes Theaterstück geformt. Unter der Regie von Christiane Friebe gestalten versierte Laien aus dem Landkreis, der Gifhorner Kammerchor und der Lautenist Daniel Kurz dieses pralle Bild der Verwerfungen und Kämpfe um den wahren Glauben in unserer Region zwischen Mittelalter und anbrechender Neuzeit.

Weitere Infos finden sich unter www.museen-gifhorn.de und www.kloster-isenhagen.de.

Von Paul Gerlach

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