Gäste aus Le Mesnil besuchen Hankensbüttel für Chorprobe und

Musizieren für die Erinnerung

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Am Samstag kamen Gastgeber und die Gäste aus dem französischen Le Mesnil im Hankensbütteler Ludwig-Harms-Haus zusammen und sagen gemeinsam.

Hankensbüttel. Für einen Kurzbesuch waren am Wochenende 50 Gäste aus der Partnergemeinde Le Mesnil in Hankensbüttel. Am Freitagabend reisten sie an, gestern ging es wieder Richtung Frankreich.

Doch die Zeit wurde intensiv genutzt, vor allem für die Proben für ein Ereignis, an das dieses Jahr europaweit gedacht wird.

„Für die Franzosen gibt es im November einen wichtigen Gedenktag“, erklärte Eva Kielblock, Schriftwartin des Partnerschaftskreises. Denn am 11. November wird des Waffenstillstands des Ersten Weltkrieges gedacht. Marc Rémond aus Le Mesnil hatte für das 100-jährige Jubiläum in diesem Jahr eine besondere Idee. „Es wird ein gemeinsames Konzert der Kreiskantorei des Nordkreises und des Chors unserer französischen Freunde unter der Leitung von Benjamin Fau in der Kathedrale von Versailles und in Le Mesnil geben“, führte Kielblock aus. Gehört wird dann die „Messe der Befreiung“, wahlweise mit „der Erleichterung“ übersetzt, die der französischen Komponist François Clément Théodore Dubois 1919 komponierte. Die Messe wird weder auf Französisch noch auf Deutsch, sondern auf Latein gesungen, so Kielblock. Und damit auch die Hankensbüttler etwas davon haben, wird es dasselbe Konzert bei einem Gegenbesuch im kommenden Jahr im Nordkreis geben. Der genaue Termin und der Ort sind noch nicht geklärt, sagte Kielblock.

So wurde denn am Samstagvormittag mit den 20 Sängern aus Le Mesnil fleißig gesungen für das musikalische Ereignis, bei dem auch die Kulturvereine Hankensbüttel und Wittingen mit im Boot sind. Die Wichtigkeit des Gedenkens an den Waffenstillstand vor 100 Jahren hob auch der Vorsitzende des Partnerkreises der Franzosen, Jean-Claude Girardin, hervor. „Wir pflegen die Erinnerung an dieses sehr wichtige Ereignis der Geschichte jedes Jahr“, sagte er. „Wir hoffen auch auf die jungen Leute als Gäste, damit die Geschichte nicht vergessen wird“, lud Girardin zum Besuch nach Frankreich im November ein.

Die gegenseitigen Besuche lobte der stellvertretende Bürgermeister Hinrich Schulze. „Eine Städtepartnerschaft lebt nicht von den Hinweisschildern am Ortseingang, sondern sie lebt von den Menschen.“ Während der Proben waren die Angehörigen der französischen Sänger und die Begleiter im Otter-Zentrum und im Kloster unterwegs. Am Samstagnachmittag fuhr die französische Delegation mit einigen Mitgliedern des Partnerkreises nach Lüneburg, um an einer Stadtführung teilzunehmen und das Salzmuseum zu besichtigen. Am Abend gab es dann ein zünftiges Grillen am Ludwig-Harms-Haus. Die Mitglieder des Partnerkreises hatten dazu selbstangerichtete Salate mitgebracht, vor dem Haus liefen die Grille heiß.

Bunt gemischt saßen die deutschen und französischen Freunde abends im Ludwig-Harms-Haus.

Im Haus wurde nicht nur gegessen und erzählt, sondern auch kräftig gesungen. Dass da die deutsche Nationalhymne noch vor der französischen erklang, lag daran, dass die Hymnen Dirigent Fau selbst mit Brigitte Renard am Klavier vortrug. Die Gäste stimmten, je nach Sprachkenntnissen, erfreut mit ein. Danach gab es „exklusiv“, wie Fau sagte, ihn selber auch als Sänger, und das für ein besonders Lied. Eigens für Hankensbüttel hatte er ein Lied gedichtet. Zuvor waren ausschließlich die schönen Seiten, wie Ulrich Willier von der Medienwerkstatt Isenhagener Land sagte, des „musischen Luftkurorts“ in einem von der Medienwerkstatt angefertigten Video gezeigt worden. Außer idyllischen Plätzchen rund um Hankensbüttel gab es da Partien aus dem Otter-Zentrum, den Gasthäusern und dem Kloster zu sehen. Im kommenden Jahr, das verriet der Ehrenvorsitzende des Arbeitskreises, Lutz Petzold, wird es nicht nur den Gegenbesuch des Chores aus Le Mesnil geben, sondern auch zwei besondere Ereignisse. „Wir feiern das 35-jährige Bestehen der Partnerschaft und das 50-jährige Jubiläum des Schüleraustauschs des Gymnasiums mit dem College in Le Mesnil“, sagte er. „Wenn es außerdem wieder einen Schüleraustausch und die Jugend- und Musikwoche gibt, dann werden wir vier Treffen im nächsten Jahr haben.“

Von Burkhard Ohse

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