Katrin Hanke will kündigen / Suche in Steinhorst geht nach einem knappen Jahr von neuem los

Museumscafé: Betreiberin hört auf

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Bei der Eröffnung des Cafés im Steinhorster Schulmuseum vor knapp einem Jahr: Betreiberin Katrin Hanke (r.) erklärte den Gästen die alten Bilder von Steinhorster Familien. Hanke will den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen nun nicht weiter fortführen.

Steinhorst. Katrin Hanke aus Steinhorst zieht nach knapp einem Jahr die Reißleine: Sie will als Betreiberin des Cafés im Schulmuseum kündigen.

Die Gemeinde Steinhorst und der Verein der Freunde und Förderer des Erich-Weniger-Hauses als Vertragspartner müssen sich daher nun nach Alternativen umschauen.

Hanke, die im Februar 2017 losgelegt hatte, sagt im IK-Gespräch: „Es hat sich nicht gelohnt.“ Angesichts der roten Zahlen habe sie sich in Absprache mit ihrem Steuerberater zu diesem Schritt entscheiden müssen. Sie habe sehr viel Arbeit investiert, aber es bleibe nichts übrig – von den Anschaffungskosten zum Start ganz abgesehen.

Beim für dieses Jahr geplanten Anbau am Erich-Weniger-Komplex als Dorferneuerungsprojekt ist eine neue Küche für das Café im Tagungszentrum vorgesehen. Doch bis zur Fertigstellung wird es noch dauern, und das wollte Hanke nicht mehr abwarten. Sie bedankt sich bei der Gemeinde und beim Förderverein für die starke Unterstützung. In den Sommermonaten seien die Gäste schon gekommen, aber im restlichen Jahr nicht genügend. Und: „Ich hätte beim Lesesommer mit anderen Zahlen gerechnet. Für mich war das ein großes Minusgeschäft.“ Sie will nun im Betrieb ihres Ehemannes arbeiten und sich um ihr neugeborenes Enkelkind kümmern.

Laut Museumsleiter Dr. Christoph Schmidt liegt ihm eine schriftliche Kündigung bislang nicht vor. Er betonte gestern im IK-Gespräch: „Es ist wichtig, ein Café zu haben.“ Mit Bewirtung sei das Museum als Ausflugsziel interessanter. Daher sei für ihn mit dem Start des Betriebes durch Katrin Hanke vor knapp einem Jahr ein „Wunsch in Erfüllung“ gegangen. Zuvor hätten die Museumsbesucher in Steinhorst über ein Jahr ohne ein Café auskommen müssen.

„Wir hoffen nun auf eine andere Lösung“, sagt Schmidt. Die Formel aus Museum und Bewirtung funktioniere immer gut. „Davon profitieren beide Seiten.“ Zu sehen sei das auch auf Burg Brome. „Die Besucher bleiben dann eine halbe Stunde länger“, erläutert Schmidt.

Auch der Steinhorster Bürgermeister Klaus-Hinrich Singer hat noch nichts Schriftliches von Hanke erhalten, war aber auch schon bei der jüngsten Ratssitzung darauf eingegangen, dass womöglich ein Weggang der Betreiberin droht. Hanke gehe es mit dem Küchenausbau nicht schnell genug voran. Aber als Kommune wolle man alle Möglichkeiten ausschöpfen, insbesondere was Fördermittel angehe. Bei Gesamtkosten von 110 000 Euro beträgt der Eigenanteil der Gemeinde 51 700 Euro. Der geplante Baustart in 2018 ist schon sportlich, betont Singer. „Schneller geht es nicht. Das dauert seine Zeit.“

Bereits zuvor hatte die Kommune laut Singer rund 20 000 Euro investiert: Die damalige Küche im Tagungshaus hatte nicht mehr den Anforderungen der Lebensmittelüberwachung entsprochen. Im Januar 2017 wurde eine neue eingebaut.

Singer bedauerte gestern gegenüber dem IK, dass Hanke aufhören will: „Das ist schade für uns als Kommune.“ Die Veranstaltungen beim Lesesommer seien nicht alle ausgebucht gewesen, es sei eben auch ein sehr anspruchsvolles Programm gewesen.

Von Paul Gerlach

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