Im Kloster Isenhagen sind Wohnungen frei / Interessierte Damen können sich bei Äbtissin Susanne Jäger melden

Modernes Leben in alten Gemäuern

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Im Kloster Isenhagen können noch bis zu fünf Konventualinnen aufgenommen werden. Jede bewohnt eine abgeschlossene Zwei-Zimmer-Wohnung mit Küche und Bad.

Isenhagen. Die alten Türen des Klosters Isenhagen ächzen, wenn Susanne Jäger sie öffnet. Seit mittlerweile vier Jahren ist sie die Äbtissin des evangelischen Klosters im Isenhagener Land.

Im Jahr 1243 als Stiftung als Mönchskloster des Zisterzienserordens in Alt-Isenhagen erbaut, wurde es im Jahr 1540 in ein evangelisches Damenstift umgewandelt.

Heute leben dort neben der Äbtissin drei weitere Konventualinnen. Die alleinstehenden Frauen evangelischen Glaubens leben dort unter der Leitung der Äbtissin eine christliche Lebensgemeinschaft mit familienähnlichen Strukturen in der Tradition des ehrwürdigen Klosters.

Ingelore Klindworth ist seit acht Jahren eine Konventualin im Kloster Isenhagen.

Alle Damen leben dort in eigenen, rund 65 Quadratmeter großen Wohnungen. „Jede Wohnung hat zwei Zimmer und ist mit Küche und Bad ausgestattet“, sagt die Äbtissin. Zu jeder Wohnung gehört darüber hinaus noch ein kleines Gartenstück, das von den Konventualinnen in eigener Regie bearbeitet wird. Allerdings sind im Kloster noch fünf Wohnungen frei, in die hoffentlich möglichst bald interessierte Damen einziehen. „Die Konventualinnen wohnen hier mietfrei“, erklärt Susanne Jäger. Das Leben im Kloster Isenhagen habe nichts mit einem Leben im Kloster zu tun, wie es im landläufigen Sinne bekannt sei. „Wir verstecken uns nicht hinter den Klostermauern“, erzählt die Äbtissin. Ganz im Gegenteil: Jede Dame, die im Kloster einzieht, übernimmt individuelle Aufgaben.

Das Leben im Kloster ist eingeteilt in eine Sommerzeit und eine „führungsfreie Zeit“. Die Sommerzeit gilt vom 1. April bis zum 15. Oktober eines jeden Jahres. „Dann finden täglich, außer montags, Gästeführungen statt“, erklärt die Äbtissin. Diese werden in der Zeit von 14.30 bis 16.30 Uhr von den Konventualinnen angeboten.

Zum strukturierten Tagesablauf gehört ebenfalls die gemeinsame Andacht, die täglich von 11.45 bis 12 Uhr abgehalten wird. „Anschließend holen wir unser Mittagessen“, erklärt Susanne Jäger. Jede Dame nehme sich ihr Mittagessen mit in ihre Wohnung, was rein praktische Gründe habe.

Im Laufe eines Jahres finden im Kloster viele Veranstaltungen statt. Konzerte, Ausstellungen, Tage des offenen Gartens und der Empfang von Pilgergruppen stehen im Veranstaltungskalender.

In der „führungsfreien Zeit“ können die Damen Urlaub machen und sich vom zeitweise doch recht anstrengenden Klosteralltag erholen. „Dann kann jede Dame ihren Alltag individuell gestalten“, erklärt die Äbtissin.

Jede Dame kann sich ihre Wohnung individuell und nach ihrem eigenen Geschmack einrichten.

Wer sich einmal für das Leben in der Klostergemeinschaft entscheidet, gehört dieser für immer an. Deshalb wohnen interessierte Damen dort stets erst für ein Jahr zur Probe. „Blitzentscheidungen sind nicht gut. So eine Entscheidung will gut überlegt sein. Aber nach einem Jahr haben die Damen einen guten Einblick in das Leben und Arbeiten im Kloster bekommen“, weiß Susanne Jäger. Es spiele dabei keine Rolle, ob die Dame eine Familie hat, sie müsse nur alleinstehend sein. Familienbesuch ist im Kloster gerne gesehen, zur Übernachtung stehen Gästezimmer zur Verfügung. Und selbstverständlich steht in den alten Gemäuern ganz moderne Technik, wie beispielsweise Internet, bereit. „Ohne sie kommt auch ein Kloster nicht aus“, sagt Jäger schmunzelnd.

Mit Ablauf der Probezeit entscheidet der Konvent, ob die Dame in einer feierlichen Zeremonie in die Gemeinschaft aufgenommen wird. Erst dann benötigt diese auch eine Tracht, die aus einem großen Ornat, der nur zu besonderen Anlässen getragen wird, und einem schwarzen Chormantel mit einer weißen Haube besteht.

„Der Chormantel und die Haube werden zu den Gottesdiensten getragen“, erklärt Susanne Jäger. Sie würde sich freuen, wenn sie interessierten Damen das Kloster zeigen dürfte. Diese können sich mit ihr unter Telefon (05832) 313 in Verbindung setzen.

Von Meike Karolat

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