ZGB erläutert Konzept zur Energiewende bei Bürgerversammlung in Hankensbüttel / Mehr als 40 Zuhörer

Mitte 2013 sollen Standorte feststehen

Eine mögliche Variante für die weitere Ausweisung von Windrädern bietet der Windpark bei Wettendorf. Ob und wie viele „Windmühlen“ aufgestellt werden, entscheidet sich aber erst im Laufe des Verfahrens, das gerade begonnen hat. Foto: Manicke

Hankensbüttel. Nach und nach füllte sich der Saal im Gasthaus Zur Linde in Hankensbüttel, dann waren es mehr als 40 Zuhörer, die am Montagabend die Informationsveranstaltung zum Thema Windkraft verfolgten, darunter etliche Ratsmitglieder.

Anfang des Jahres hatte der Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) die Potenzialflächenanalyse für die Entwicklung von Vorrang- oder Eignungsgebieten für die Windenergienutzung veröffentlicht (das IK berichtete).

Die Potenzialflächen für Vorrang- und Eignungsgebiete für Windenergieanlagen, die der ZGB erarbeitet hat. Im Norden sind die Flächen für die Samtgemeinde Hankensbüttel zu sehen. Skizze: ZGB

Wie der Plan aussieht, welche Flächen für die Gemeinde Hankensbüttel infrage kommen und wie der weitere Weg des Verfahrens aussieht, darum ging es am Montagabend, wie Bürgermeister Martin Rausch, der als Moderator fungierte, unterstrich. Als Referenten hatte die Gemeinde Jens Palandt, der stellvertretender Verbandsleiter des ZGB und Leiter der Abteilung Regionalplanung ist, eingeladen. Berichtet wurde über die Potenzialflächenanalyse, wie sie zustande kam und welche Flächen ausgewiesen werden sollen. Es gehe um den Umbau der Energieversorgung im Großraum Braunschweig. Ein Baustein dafür sei die Weiterentwicklung der Windenergienutzung. Der Gemeinderat, so Rausch, wolle transparent arbeiten, deshalb habe man zur Bürgerinformation eingeladen. Bei der Analyse handele es sich noch um Vorarbeiten. Es sei noch ein weiter Weg, bis das Regionale Raumordnungs-Programm (RROP) fertiggestellt sei, unterstrich der Bürgermeister.

Palandt, der in den vergangenen drei Monaten 22 Bürgerversammlungen besucht hat und nach eigenem Bekunden noch 20 vor sich hat, erläuterte den Zuhörern den Ablauf des Verfahrens (siehe auch obigen Blaukasten).

Der Umbau der Energieversorgung, bei dem es sich um einen langen Prozess handele, bringe auch Belastungen für die Bürger, die beispielsweise auf die Windräder schauen müssten, räumte Palandt ein und machte deutlich, dass im Rahmen der Potenzialanalyse in der Samtgemeinde eine Fläche von 20 Hektar überplant worden sei. Gebraucht davon werde ungefähr ein Fünftel.

Ziel sei es, dass 3000 bis 4000 Hektar Fläche „unter Wind gehen“. Derzeit, so Palandt, werde im gesamten ZGB-Bereich auf 3200 Hektar Fläche Windenergie produziert. Das entspreche einer Leistung von 575 Megawatt (MW). Ein MW sind eine Million Watt.

Nachdrücklich unterstrich Palandt, dass man keine Verspargelung der Landschaft und auch keine Mega-Parks wolle. Auch dazu diene die Planung. Der Verbandsdirektor geht davon aus, dass bis Mitte 2013 der Plan vorliegt, wo Windräder aufgestellt werden sollen. Vorher werde es noch eine dreimonatige öffentliche Auslegung geben, in der die Bürger ihre Anregungen und Bedenken vortragen können. Dies wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2012 der Fall sein.

Nach dem rund einstündigen Referat konnten die Bürger ihre Fragen loswerden. Dabei rückten die Windräder, die möglicherweise im Bereich der Gemeinde Hankensbüttel aufgestellt werden, etwas in den Hintergrund. Da ging es um technische Fragen, wie der Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird und ob das Netz diese zusätzliche Belastung verkraften könne. Da war Palandt allerdings der falsche Ansprechpartner.

Für wünschenswert hielt es Anna Hoffmann, dass auf den Windrädern eine Radarbefeuerung installiert wird, die nur angeht, wenn Flugzeuge drüber hinwegfliegen würden. Das sei derzeit noch nicht umsetzbar, so Palandt.

Auf dem Gelände der Samtgemeinde Hankensbüttel könnten maximal bis zu 30 zusätzliche Windräder installiert werden, wenn man zugrunde legt, dass pro Anlage eine Fläche von zehn Hektar benötigt wird, erfuhr ein Fragensteller. Aber so weit sei man noch lange nicht, unterstrich Palandt, der mit den Gemeinden einvernehmliche Lösungen anstrebt. Dabei werde man „behutsam und mit Augenmaß“ vorgehen, um den Menschen und die Natur zu schützen.

Dabei spielt für viele Hankensbütteler der Abstand zur Wohnbebauung eine wichtige Rolle. Die Gemeinde selbst fordert einen Abstand von 1200 Metern (das IK berichtete). Wenn das machbar sei, so Palandt, werde man den Wünschen nachkommen. Einen Rechtsanspruch gebe es aber aufgrund der Vorgaben nicht.

„Die Gemeinde Hankensbüttel wird den Energieumbau kritisch begleiten“, unterstrich Rausch. Ein erster Schritt ist da der Ausbau der Windenergie.

Von Walter Manicke

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