Schnellstes Ultraleichtsolarmobil in Dortmund

Meistertitel für Hankensbütteler Achtklässler dank „Tigermücke“

Laura-Jane Breitmeier (v.l.; 8L1), Johannes Lautenschläger (8F1) und Theo Schulze (8F1) vom Hankensbütteler Gymnasium.
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Strahlende Deutsche Meister mit Siegerpokal, -urkunden und -auto: Laura-Jane Breitmeier (v.l.; 8L1), Johannes Lautenschläger (8F1) und Theo Schulze (8F1) vom Hankensbütteler Gymnasium haben den Titel bei den Meisterschaften der Ultraleichtsolarmobile in Dortmund gewonnen.
  • Paul Gerlach
    VonPaul Gerlach
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Hankensbüttel – Beim Hessen Solarcup im Sommer hatten sie bereits den ersten Platz erreicht. Nun ist bei der DM in Dortmund auch noch der Titel des Deutschen Meisters herausgesprungen. Den Achtklässlern Laura-Jane Breitmeier, Theo Schulze und Johannes Lautenschläger vom Hankensbütteler Gymnasium macht in Sachen Ultraleichtsolarmobile so schnell keiner etwas vor.

Und das auch im sprichwörtlichen Sinne: Ihr Gefährt mit dem tierischen Namen „Tigermücke“ konnte im Ruhrgebiet auf der zehn Meter langen, halogenbeschienenen Bahn keines der Solarautos der anderen Teams schlagen. Die Jugendlichen haben sich intensiv mit dem Thema Solarenergie auseinandergesetzt, da kommen die Wettbewerbe als Herausforderungen gerade recht, sagt ihr Lehrer Thomas Krummel. Zumal der Wettkampf in 2020 Corona-bedingt ausfallen musste.

Teams aus Deutschland

Neben den Hankensbüttelern waren – wohl der Pandemie geschuldet – nur noch zwei Teams aus Schleswig-Holstein, zwei aus Bayern und eines aus Nordrhein-Westfalen dabei. Die Fahrzeuge mussten am Ende der Fahrbahn an einer Wand wenden. Entweder durch einen Mechanismus, der durch das Aufprallen auf der Wand ausgelöst wurde, durch das Herausnehmen und Zurücksetzen in die Bahn oder durch das Umlegen eines Schalters. Auf die letztere Methode griffen die Hankensbütteler zurück und das erwies sich auch als sehr erfolgreich. Für ihr innovatives Magnetschaltersystem, durch das Richtungswechsel und Start/Stopp manuell ausgeführt werden können, ernteten sie zunächst verwunderte und dann bewundernde Blicke. „Das hatte so noch keiner gesehen“, sagte Krummel. Auf diese Weise gab es beim Wendepunkt nur eine geringe Verzögerung. Beim nächsten Mal will Krummel dennoch auf ein automatisches System (Methode 1) setzen, um noch mehr Zeit herauszuholen.

Beim Wettbewerb gab es ein Reglement mit Vorgaben für die Abmessungen der Gefährte und die Solarmodulflächen. Es galt, möglichst viel Papier zu verwenden. Das gelang dem siegreichen Hankensbütteler Team vorzüglich: Ihr Modell wiegt nur 100 Gramm, was sich als einer der Knackpunkte erweisen sollte (Krummel: „Alle haben angesichts des geringen Gewichtes große Augen gemacht.“). Das Auto vom Hessen Solarcup wurde dafür – teils in der Freizeit in den Sommerferien – mit viel Tüftelei umgebaut, viele Komponenten konnten übernommen werden. Den Schülern und Krummel machte dies viel Spaß. Das Chassis aus Papierröllchen erwies sich als erstaunlich stabil.

Nachfolge gesichert

Johannes erläuterte, dass sie die Maximalspannung des Motors gut ausreizen konnten. Auf den Titel als Endergebnis sind die drei „natürlich stolz“, sagte Laura-Jane. Theo zog als Fazit, dass der Wettbewerb gezeigt habe, wie mit einfachen Mittel „sehr viel möglich“ ist. „Unser war das technisch ausgereifteste Modell und zudem sehr zuverlässig“, so Krummel. Den Namen „Tigermücke“ wählten die Schüler für ihr Modell aus, weil sie die Färbung des Insektes interessant finden. Die technischen Hintergründe des Gefährtes führten sie auf einem Poster auf und präsentierten es der Jury in einem Vortrag.

Die drei engagierten Schüler steigen aus der Solar-Auto-AG des Gymnasiums aus, aber Siebtklässler, die erste Erfahrungen gesammelt haben, werden auf ihr Know-how aufbauen – und ein neues Auto bauen, um den Titel verteidigen zu können.

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