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Mehr Einsätze – weniger Einsatzkräfte

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Zahlreiche Brandschützer aus den Feuerwehren der Samtgemeinde Hankensbüttel wurden am Freitag in Emmen von Gemeindebrandmeister Percy Pfeiff (l.) befördert und für ihre Verdienste ausgezeichnet. © Kayser

Emmen – Von Jürgen Kayser. Zahlen, Daten, Fakten – kompakt per Powerpoint präsentiert – boten die Berichterstatter der Freiwilligen Feuerwehren der Samtgemeinde Hankensbüttel am Sonnabend in Emmen. „Die Samtgemeinde-Feuerwehren haben einen personellen Tiefpunkt erreicht“, um diese Feststellung kam Gemeindebrandmeister Percy Pfeiff bei der Jahreshauptversammlung nicht herum.

Von 2004 – damals dienten 613 aktive Kameraden in den Ortsfeuerwehren – bis Ende 2010 ist die Stärke, der Mitgliederbestand, der Wehren auf 560 Aktive gesunken. Besonders drastisch war der Einschnitt 2008 und 2009. 22 Kameraden fehlten plötzlich. Hält der Trend an, dann wird sich die Gemeindefeuerwehr in zwölf Jahren um ein Viertel ihrer Mitglieder vermindert haben. Dies verrät die Statistik „Altersverteilung“ in den Wehren nachdrücklich. Denn der größte Teil der Aktiven – derzeit 164 Kameraden – liegt altersmäßig zwischen 41 und 50 Jahren. „Viele gehen dann bald in den Feuerwehrruhestand“, zeigte der Gemeindebrandmeister die Bredouille auf. Pfeiff: „Wird dieser Negativ-Trend nicht gestoppt, wird es problematisch.“

Die Einsätze sind indes von 143 im Vorjahr auf 188 Alarmierungen im Jahre 2010 gestiegen, hieß es. Die Anzahl der Einsatzereignisse gab der Steinhorster mit 116 an. Die Differenz resultiert aus der Praxis, dass die Wehren in Zügen ausrücken. Interessant ist ein Vergleich mit den Nachbarn: Die Samtgemeinde Wesendorf verzeichnet 154 Einsätze, Wittingen 158 und Brome 124.

Auffällig seien im Bereich Hankensbüttel die Brandmeldeanlagen, die in der Samtgemeinde 38 mal ausgelöst hatten. „Da sind wir Spitze“, sagte Pfeiff. Mit fünf Verkehrsunfällen mit Menschenrettung läge die Gemeindefeuerwehr zudem über dem Durchschnitt.

Finanzielle Bilanz zog Pfeiff anhand der Zahlen aus dem Samtgemeindehaushalt. Der Entwurf sah 2010 im Verwaltungshaushalt 197 000 Euro vor. Ausgegeben wurden rund 189 000 Euro. Davon sind 24 Feuerwehrfahrzeuge, 560 Aktive, 90 Jugendfeuerwehrleute und 29 Spielmannszugmitglieder finanziert worden. Im Vermögenshaushalt schlugen real 242 568 Euro zu Buche, die in das Löschgruppenfahrzeug der Gemeinde Steinhorst und in das Tragkraftspritzenfahrzeug in Emmen investiert wurden. 115 576 Euro kostete der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Bokel, informierte Wehrchef Pfeiff.

Die Kreiswettbewerbe in Triangel und den regionalen Landesvorentscheid Braunschweig rückte er besonders ins Blickfeld: Beide Wentorfer Gruppen und eine Mannschaft aus Repke holten sich dabei Top-Platzierungen und Siege. Gemeindeausbildungsleiter Volkmar Oldenburger konstatierte auf Kreisebene 13 absolvierte Lehrgänge für Atemschutzgeräteträger, 14 Sprechfunk- und sieben Maschinistenlehrgänge sowie insgesamt 18 Weiter- und Ausbildungsmaßnahmen an der Landesfeuerwehrschule in Celle. Begeisterung habe eine Weiterbildung an zwei Wochenenden bei 28 Teilnehmern im Bereich Technische Hilfeleistung unter realen Bedingungen ausgelöst, berichtete Oldenburger.

Gemeindejugendwart Holger Beck gab die Anzahl des Feuerwehrnachwuchses mit 82 Jungen und 13 Mädchen an. „In der feuerwehrtechnischen Ausbildung sind 385 Stunden und in allgemeiner Jugendarbeit 345 Stunden geleistet worden“, resümierte Beck. Der Gemeindesicherheitsbeauftragte Klaus-Dieter Schulze bescheinigte den Gerätewarten der Samtgemeinde-Feuerwehren einen hervorragenden Pflegezustand von Technik und Geräten.

Der Atemschutzbeauftragte der Samtgemeinde Karsten Hildebrandt berichtete aus seinem Ressort. „Die Samtgemeindefeuerwehr verlässt sich derzeit auf 122 ausgebildete Atemschutzgeräteträger. Alle Wehren sind mit Atemschutzgeräten ausgerüstet“, erläuterte der Emmer Ortsbrandmeister.

Der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Andreas Kuers bezeichnete die Feuerwehr als Garant, wenn es gelte, Menschen in Not zu helfen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels erklärte er: „Wir müssen auf die Jugend als potenziellen Feuerwehrnachwuchs bauen. Bei einer Fläche von 290 Quadratkilometern können wir uns keine schwache Feuerwehr leisten.“ Bürgermeisterin Beate Harms dankte den Rettungskräften und meinte: „Ich fühle mich sicher in Hankensbüttel“, während sich Dr. Ringleb für den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehr bedankte. „Feuerwehr und DRK sollen eine lebendige Bürgergemeinschaft sein und bleiben“, sagte er. Hankensbüttels neuer Leiter der Polizeistation Dietmar Schlote bot den Rettungskräften an, auf Veranstaltungen über gemeinsame Einsätze zu sprechen.

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