Mehr Einbrüche im Landkreis: Präventionsaktion der Polizei in Hankensbüttel / Kostenloses Beratungsangebot für Bürger

Schutz vor ungebetenen Gästen

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Heinz-Hermann Salge, Beauftragter für Kriminalprävention bei der Polizei Gifhorn, beim Sicherheitscheck.

Hankensbüttel. Die Polizei will in der dunklen Jahreszeit einen besseren Schutz vor Wohnhauseinbrüchen erreichen. Dazu gibt es die Aktionen „Wachsame Nachbarschaft“ und „Sicheres Wohnen“.

Im Rahmen der zweiten Aktion begleitete das IK Heinz-Hermann Salge, Beauftragter für Kriminalprävention bei der Polizei Gifhorn, bei einem Beratungstermin in Hankensbüttel.

„Haussicherung ist zu 85 Prozent Mechanik“, wirbt Sicherheitsberater Salge etwa für Pilzzapfen-Verriegelungen. Sie verhindern, dass die Ganoven Fenster und Türen aufhebeln können. Die restlichen 15 Prozent setzten sich aus Alarm-, Video- und Lichttechnik sowie dem Verhalten der Bewohner zusammen. „Durch die Mechanik erreicht man am meisten.“

Pilzzapfen-Verriegelungen schützen vor dem Aufhebeln.

Einbrecher schlagen fast nur bei Abwesenheit der Bewohner zu – allerdings nicht nur nachts, sondern überwiegend zwischen 9 und 21 Uhr. Die Zahl der Einbrüche erhöhte sich landkreisweit von 2011 auf 2012 um 40 Prozent. Neuere Zahlen gibt es laut Salge noch nicht. „Der Nordkreis ist vergleichsweise weniger betroffen, aber man ist davor nicht gefeit“, weiß Salge. Doch das Thema bewegt die Menschen und das Beratungsangebot der Polizei stößt auf großes Interesse in der Bevölkerung. Zu 220 Beratungsterminen war Salge im vergangenen Jahr und im Januar sind es auch schon 30 gewesen.

Doch wie schützt man sich am besten gegen ungebetene Gäste im Haus? Die Polizei setzt auf WK 2, auch RC 2 genannt: Haustüren und Fensterrahmen sollten der Widerstandsklasse 2 entsprechen. Bürger sollten darauf achten, dass die Türen mit einer Mehrfachverriegelung und dreiteiligen Türbändern ausgerüstet seien. Verriegelungen, wie sie an Fenstern üblich sind, seien nicht sinnvoll. Daher sollte die Mehrfachverriegelung aus einer Kombination von Hakenschwenkriegeln und Stahlbolzen bestehen, die weit genug in die Zarge eingreifen. Der Profilzylinder darf nicht nach außen hervorstehen. Kelleraußentüren sollten laut Salge nur nach innen zu öffnen sein.

„Alarmanlagen selbst sind kein Einbruchsschutz: Sie stellen eine sinnvolle Ergänzung zu den mechanischen Sicherungen dar“, unterstreicht Salge. Die Anlagen verhinderten keinen Einbruchsversuch, sondern meldeten ihn.

Auch die Gestaltung des Gartens spielt laut Salge beim Thema Sicherheit eine Rolle: Ein zu dichter Bewuchs schütze ungebetene Gäste davor, vom Nachbargrundstück oder von der Straße aus gesehen zu werden.

Die Täter dringen über schlecht gesicherte Fenster, Türen und Terrasssentüren ins Haus ein. „Für die Einbrecher ist es wichtig, schnell, leise und ungesehen vorgehen zu können“, erläutert Salge. Bei über 90 Prozent der Einbrüche werde aufgehebelt. Ohne aufhebelsichere Systeme würden abschließbare Fenster demnach auch nichts bringen.

Weitere Infos und die Möglichkeit zum Vereinbaren von Beratungsterminen gibt es bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle der Polizei Gifhorn unter (0 53 71) 98 01 07 und bei der Polizei Hankensbüttel (0 58 32) 9 77 70. Infos auch unter www.k-einbruch.de und unter www.polizei-beratung.de.

Von Paul Gerlach

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