Hankensbütteler Gymnasium: Landkreis will Dienstleistung im kommenden Jahr europaweit ausschreiben

Luft nach oben bei Schulreinigung

+
Die Qualität der Reinigung in der Schule bleibt am Hankensbütteler Gymnasium ein Dauerbrenner. Dass diese zu wünschen übrig lässt, liegt an sehr vielen Faktoren. Der Landkreis will die Dienstleistung in 2019 europaweit ausschreiben. „Ziel ist die bestmögliche Reinigung an den Schulen“, sagt Erster Kreisrat Dr. Thomas Walter.

Hankensbüttel. Am Hankensbütteler Gymnasium ist die Qualität der Reinigung der Räume seit vielen Jahren ein Dauerthema. Bei einer Inkognito-Prüfung an der Schule wurde festgestellt, dass teils falsche Putzmittel verwendet wurden, die schlecht für die Bodenbeläge waren.

Beim Landkreis wünscht man sich daher ein besseres Controlling. Die Idee: Die Hausmeister an den Schulen sollen ein Tablet bekommen, um festgestellte Mängel schneller und einfacher melden zu können.

Indes ist für 2019 eine europaweite Ausschreibung für den Reinigungsdienst an den Schulen geplant.

Laut Schulleiterin Cornelia Röhrkasten ist man „seit Jahren am Thema Reinigung dran“. Nach einer Umstellung vor rund sechs Jahren würden die Reinigungskräfte mehr Geld bekommen, aber müssten in weniger Zeit die gleiche Arbeit schaffen. Die Qualität habe sich immer weiter verschlechtert, sie lasse zu wünschen übrig. „Es ist ein vielschichtiges Problem“, ist ihr vollkommen bewusst. Es liege in der Regel nicht an den Reinigungskräften selbst. „Sie tun alles, was sie können, und sie machen auch mehr, als sie müssten.“ Doch es gebe eine starke Fluktuation, es seien viele Schlüsselübergaben nötig. Früher seien die Reinigungskräfte teils über Jahrzehnte lang am Gymnasium beschäftigt gewesen.

Beim Stellenplan des Landkreises kam die Position eines Reinigungsmeisters nicht zum Zuge. Dieser ausgebildete Fachmann hätte die Arbeit der Reinigungsfirmen noch genauer unter die Lupe nehmen können. „Reinigung ist immer wieder ein Thema an den Schulen“, bestätigt Erster Kreisrat Dr. Thomas Walter im IK-Gespräch. Am Ende hänge die Qualität stets vom Personal ab. Bei der europaweiten Ausschreibung in 2019, die aufgrund des Volumens des Auftrages nötig sei, wolle der Kreis „möglichst hohe Standards“ durchsetzen. Später solle es in der Praxis auch Stichproben an den Schulen geben. Dass es an einigen Schulen bei der Reinigungsqualität Luft nach oben gebe, sei allen Beteiligten klar. „Unser Ziel ist die bestmögliche Reinigung an den Schulen.“ Diese Qualität durch selbst eingestelltes Personal sicherzustellen, sei wirtschaftlich aber schlicht nicht darstellbar.

Zur Idee, dass das Controlling durch die Schulhausmeister selbst erfolgen könnte, gibt Röhrkasten zu bedenken, dass die Hausmeister jetzt schon sehr viele Aufgaben erledigen müssten. Aufgrund des riesigen Schulgeländes wären aus ihrer Sicht vielleicht ohnehin mehr Hausmeisterstellen nötig.

Bislang werden festgestellte Mängel am Hankensbütteler Gymnasium telefonisch gemeldet. In Teilen würden die Hausmeister das Controlling also schon wahrnehmen, betont Röhrkasten. Dies nimmt sogar sehr viel ihrer Arbeitszeit in Anspruch und gilt als belastend, ist an der Schule zu hören. So waren stets viele Treffen mit den Firmenvertretern nötig. Das Melden per Tablet macht aus Röhrkastens Sicht Sinn, müsse sich aber auch bei den Hausmeistern im Gehalt oder bei der Stundenzahl niederschlagen.

• Bei der Sanierung der bestehenden Sporthalle am Gymnasium sind die Arbeiten laut Röhrkasten noch nicht ganz abgeschlossen. Nichtsdestotrotz könne es nun in die Planung für den Neubau der zweiten Halle auf dem Gelände des Ackmann-Stadions gehen.

Von Paul Gerlach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare