1. az-online.de
  2. Isenhagener Land
  3. Hankensbüttel

Lorenz Snack-World über Energieeinsparmaßnahmen und nachhaltige Ziele

Erstellt:

Von: Paul Gerlach

Kommentare

Der Arbeitskreis Schule und Wirtschaft im März 2018 zu Besuch im Logistikzentrum bei Lorenz Snack-World in Hankensbüttel.
Bei Lorenz Snack-World in Hankensbüttel – hier bei einem Besuch durch den Arbeitskreis Schule und Wirtschaft im Logistikzentrum im März 2018 – ist man sich der großen Herausforderungen durch die aktuellen Krisen bewusst. © Ollech, Hans-Jürgen

Hankensbüttel – Die herrschende Energiekrise, Nachschubprobleme bei den Rohstoffen, Schwierigkeiten bei den Lieferanten (ob bei Papier, Kartons, Folien oder beim Transport durch den Mangel an Kraftfahrern): Auch das Hankensbütteler Werk von Lorenz Snack-World ist von solchen Herausforderungen, die aktuell sehr viele Unternehmen auf der Welt umtreiben, betroffen. „Wir spüren das“, sagt Lorenz-Sprecherin Kathrin Urbach gegenüber dem IK. Im nächsten Jahr wird es voraussichtlich noch schwieriger werden, will Urbach nicht verhehlen. Sie betont dennoch: „Wir sind zuversichtlich, dass wir es gut überstehen werden, wissen aber um die Herausforderungen.“

Bei Lorenz Snack-World merkt man dies in verschiedenen Bereichen. So gehen die Transportkosten durch die Decke, schildert Urbach. „Zum Glück mögen die Menschen unsere Produkte.“ Letztere würden eine „gewisse Krisenfestigkeit“ aufweisen, so Werkleiter Robert Strauß.

Wie für alle Wirtschaftsunternehmen, gelte auch für Lorenz Snack-World, dass die derzeitige Situation „enorm sprunghaft“ sei, sagt Urbach. Der Klimawandel mache es zudem nicht leichter. Aktuell geschehe sehr viel in Sachen Nachhaltigkeit. So wurde in Hankensbüttel in Photovoltaik (PV) investiert. Auf der Hälfte der Dachflächen seien nun PV-Anlagen installiert, ergänzt Strauß zum Status quo. Bis zu 40 Prozent des Stromverbrauches des Unternehmens würden die PV-Anlagen einspeisen. „Das ist gewaltig.“

Eigener und Öko-Strom

In den großen Hallen am Standort gebe es LED-Beleuchtung, sagt Strauß. Motoren würden sich bei Nichtnutzung von alleine abstellen. Lithium-Ionen-Ladetechnik komme in allen möglichen Bereichen zum Einsatz. Es werde in umweltfreundlichere Technik investiert.

Das sollen nicht die einzigen Schritte bleiben. „Wir haben uns große Ziele gesetzt“, sagt Urbach für die Lorenz-Gruppe. Die Eigentümerfamilie treibe diese Vorhaben voran. Unbestritten steckt viel Plastikeinsatz im Verpackungsmaterial der Produkt-Palette. „Das versuchen wir zu reduzieren“, schildert Urbach. Gleichzeitig müsse man die Lebensmittelhygiene-Vorgaben weiterhin einhalten.

Lorenz hat sich dem Global Compact der Vereinten Nationen verpflichtet. Die definierten Ziele für nachhaltige Entwicklung sollen in die Tat umgesetzt werden. Ein Nachhaltigkeitsbericht wurde erstmals für 2020/2021 vorgelegt, Fortschrittsberichte sollen folgen. Auch in Hankensbüttel soll demnach erreicht werden, dass bis 2025 der Kunststoffverbrauch für Primärverpackungen um 15 Prozent reduziert und der Salzgehalt im gesamten Portfolio um 15 Prozent vermindert werden soll (jeweils im Vergleich zu 2019). Bis Ende dieses Jahres sollen 90 Prozent der Primärverpackungen recyclingfähig sein (100 Prozent bis 2025). Bis 2045 soll die Netto-Null entlang der Wertschöpfungskette erreicht sein: Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass alle vermeidbaren Emissionen reduziert werden und nicht vermeidbare Restemissionen aus der Atmosphäre entnommen werden müssen.

„CO2-Einsparungen sind das Ziel“, sagt Urbach. Als Unternehmen brauche man vor allem Gas, dieses könne man nicht mit Strom ersetzen. In Hankensbüttel nutze man zum einen den eigenen Strom aus den PV-Anlagen und beziehe zum anderen sonst Ökostrom. „Der Klimawandel ist die größte Herausforderung“, hält Urbach fest.

Auch interessant

Kommentare