Arne Homann, neuer Leiter des Steinhorster Schulmuseums, über seine Pläne für die Einrichtung

„Lesesommer ist große Nummer“

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Der neue Leiter des Steinhorster Schulmuseums, Arne Homann (Mitte), wurde von Anja Ebel (v.l.), Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Erich-Weniger-Hauses Steinhorst, Dr. Christoph Schmidt, Leiter der Museen des Landkreises Gifhorn, Irene Siemann, Geschäftsführerin der Bildungs- und Kultur gGmbH des Kreises, und Landrat Dr. Andreas Ebel gestern herzlich empfangen und vorgestellt. Die Schulbank drückte Homann nur fürs Foto: Der Archäologe und Historiker mit Magister-Abschluss hat im Lachteort viel vor.

Steinhorst. Arne Homann, neuer Leiter des Steinhorster Schulmuseums, redet gar nicht erst lange um den heißen Brei herum: „Der Lesesommer ist eine große Nummer.“

Der 38 Jahre alte Archäologe und Historiker ist sich voll bewusst, dass er beim Schulmuseum gute Strukturen vorfindet, auf die er aufbauen kann – auch dank der jahrzehntelangen Arbeit und des Einsatzes seines Vorgängers Wolfgang Böser, wie gestern bei Homanns Vorstellung alle Beteiligten betonten.

Dieses Fundament will der gebürtige Bremerhavener, der nach langer Zeit in Hamburg momentan in Hannover lebt, nutzen. Er hat ein Büro im 2015 per Gütesiegel ausgezeichneten Schulmuseum und will gemeinsam mit dem Team vor Ort die Einrichtung weiterentwickeln. Homanns erklärtes Ziel: Er will auf die Schulen zugehen und die Zusammenarbeit mit ihnen suchen. Das Thema Schulgeschichte begleitet ihn von Kindesbeinen an: Seine Eltern aus dem Dorf Sellstedt im Landkreis Cuxhaven sind beide Lehrer – eine familiäre Tradition, die bis Ende des 19. Jahrhunderts zurückreicht.

Dr. Christoph Schmidt, Leiter der Museen des Landkreises Gifhorn, freut sich über die Verstärkung: „Wir sind gut aufgestellt am Standort.“ Mit einem kleinen weinenden Auge, aber guten Gewissens gebe er die Stelle nun an Homann weiter: Schmidt hatte sie kommissarisch inne, nachdem Böser im August 2016 in den Vorruhestand getreten war. „Das Ganze kann gut wachsen. Steinhorst hat eine Aura.“

Irene Siemann, Geschäftsführerin der Bildungs- und Kultur gGmbH des Kreises, sieht das genauso: „Wir werten den Standort auf.“ Homann werde auch in Sachen Pressearbeit und in den sozialen Medien aktiv sein. Schmidt erläuterte, dass momentan an einer Corporate Identity gearbeitet werde, um eine einheitliche Handschrift nach außen zu tragen.

Homann will bei seiner täglichen Arbeit auf die Menschen zugehen und viele Gespräche führen. Beim Lesesommer handele es sich um ein „Erfolgsmodell“. Er arbeite sich gerade ein. „Wir werden etwas Schönes, etwas Buntes zusammenstellen.“ Er wolle möglichst viele Besucher erreichen und setze dabei inhaltlich auf eine Mischung aus „Leichterem und Qualität“. Schmidt hat Homann mit den Programmen der Vorjahre ausgestattet. Der Neuzugang solle nun nach und nach seine eigene Handschrift beim Lesesommer entwickeln, so Schmidt.

Das grundsätzliche Gefühl, das beim Lesesommer vorherrscht, will Homann erhalten, damit sich die Stammgäste wiederfinden. Es soll aber auch ausgelotet werden, was noch möglich ist. Das Konzept soll erweitert und modifiziert werden.

Als einer aus einer Handvoll Experten ist Homanns Schwerpunkt die Schlachtfeldarchäologie – im Zentrum seines Interesses stehen Schlachten in Norddeutschland, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern oder auch in Schleswig-Holstein, besonders aber die Schlacht bei Lutter am Barenberge 1626 während des Dreißigjährigen Krieges.

Von Paul Gerlach

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