Leichtfüßige Lyrik von Goethe bis Ringelnatz

Dagmar Dreke und Pianist Ulli Schmidt begeisterten.

oll Steinhorst. Eine lauwarme Sommernacht, strahlend klarer Abendhimmel im Außenbereich und ein vollbesetzter Saal im Innenbereich des Erich-Weniger-Hauses beim Lesesommer in Steinhorst ließ die Spannung beim Publikum vor den „Gedankensprüngen“ der Schauspielerin Dagmar Dreke, die auf ihre Pianistin Cat Lustig aus Krankheitsgründen an diesem Abend verzichten musste, steigen.

Museumsleiter Wolfgang Böser kündigte diese Überraschung an und machte darauf aufmerksam, dass man mit dem Pianisten Ulli Schmidt aus Hannover einen ebenbürtigen Ersatz gefunden habe, um die Veranstaltung nicht platzen zu lassen. Und Bösers Ansage stieß beim Publikum auf Verständnis, was dem Pianisten alle Ehre bereitete. Schmidt war nicht nur „Ersatz“, sondern ein vollwertiger Begleiter, dem man die Ersatzrolle zu keiner Zeit anmerkte und der Schauspielerin Dreke bei ihren Vorträgen so richtig gefiel.

So ging es auch sehr ausgeglichen mit einem musikalischen Stück der 5. Gnossienne von Eric Satie am Klavier los. Der erste wahre Beifallssturm zeigte den Akteuren, dass der Start gelungen schien. Und so erlebten die Zuschauer unter anderem ein traumhaft schönes, von Texten und musikalischen Beiträgen gespicktes Repertoire von Joachim Ringelnatz und seiner Morgensonne, Eugen Roths Geschichten zum „Buch“, Heinz Erhardts „Mona Lisa und die Maler“, Johann Wolfgang Goethes „Zauberlehrling“ bis hin zu Mascha Kolèka`s „Einmal sollte man“ und die Geschichten des „Bücherwurms“.

Nach der Pause ging es munter weiter. Hierbei kamen in der Fortsetzung des Programms mit Ringelnatz und seiner „Faulen verbummelten Schlampe“, Wilhelm Buschs „Es stand vor eines Hauses Tor“ sowie Johann Wilhelm Ludwig Gleims „Der Hirsch, der sich im Wasser sieht“ weitere Klassiker der Lyrik auf die Bühne, die mit dem „Groschenlied“ im Gesang von Dagmar Dreke und der Musik von Kurt Tucholski ihren Höhepunkt erreichten.

Ein tolles Programm, das sich zwischen Humor und Nachdenklichkeit mit dem „großen Pech“ und dem „kleinen Glück“ im Leben beschäftigte. Das Publikum zeigte sich zum Schluss sehr dankbar und stiftete den beiden Akteuren lang anhaltenden Applaus. Interessierte, die nicht dabei waren, haben wieder einmal etwas verpasst. Das Publikum ließ bei dem wunderbaren kulturellen Abend die Seele baumeln.

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