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„Leichtfertige Handlungsweise“

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Deutliche Botschaft: Jugendliche unter 16 Jahren bekamen keinen Einlass zur Party. Jedoch wurden zwei alkoholisierte 15-jährige Mädchen von der Polizei nach Hause gebracht. Fotos: Frankewitsch

bp Allersehl. Im Vorfeld der Mammut-Wiesen-Fete in Allersehl hat ein gemeinsames Gespräch mit den Veranstaltern, Vertretern der Samtgemeinde Hankensbüttel, Polizeibeamten und der Jugendschutzbeauftragten des Landkreises Gifhorn statt gefunden.

In der Nacht zu gestern wurde gefeiert – und wie bei der Stiefelparty in Steimke vor zwei Wochen eine Jugendschutzkontrolle vorgenommen. Und wieder bemängelte der Landkreis Defizite.

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Junge und ältere Besucher der Fete feierten bis in die Nachtstunden.

Aus Sicht der Jugendschutzbeauftragten des Landkreises, Kathrin Rösel, waren die bis vor der MaWiFe von der Samtgemeinde Hankensbüttel verhängten Auflagen für diese Veranstaltung nicht ausreichend. Es wurde zusätzlich vereinbart, dass Jugendliche unter 16 Jahren keinen und Jugendliche unter 18 Jahren nur bis 24 Uhr Zutritt haben sollen. Jugendliche unter 18 Jahren in Begleitung einer erziehungsbeauftragten Person durften auch nach 24 Uhr die MaWiFe besuchen. Die mit unterschiedlich farbigen Armbändchen gekennzeichnet Besucher konnten damit auch an den Getränkeverkaufsständen ihr Alter dokumentieren. Sowohl die Veranstalter als auch der anwesende Sicherheitsdienst waren sehr bemüht, die Vorschriften umzusetzen. Alle Besucher und Besucherinnen mussten ein Armband tragen. Aufgrund des offenen Geländes und der zahlreichen Gäste konnte dennoch nicht gewährleistet werden, dass kein Jugendlicher unter 16 Jahren oder nach 24 Uhr unter 18 Jahren die Veranstaltung besuchte.

Viele Jugendliche unter 18 Jahren waren mit einer schriftlichen Erziehungsbeauftragung „ausgerüstet“. „Allerdings war offensichtlich, dass diese von den Eltern „blanko“ unterschrieben und sich von den Minderjährigen die „erziehungsbeauftragte Person“ erst vor dem Eingang gesucht wurde. Dieses Defizit in der Umsetzung der Jugendschutzvorschriften ist nicht den Veranstaltern vorzuwerfen, sondern den Eltern, die mit einer derart leichtfertigen Handlungsweise ihre Aufsichtspflicht verletzen“, teilt Rösel mit.

Zwei 15-jährige alkoholisierte Mädchen wurden zwischen 2 Uhr und 3 Uhr von der Polizei und der Vertreterin des Jugendamtes nach Hause gebracht. Gespräche mit den Eltern wurden geführt.

In einer Nachbesprechung mit den Veranstaltern und den beteiligten Institutionen (Samtgemeinde, Polizei, Landkreis) müsse über Optimierungsmöglichkeiten bei der Umsetzung ordnungsrechtlicher und jugendschutzrechtlicher Vorgaben nachgedacht werden, so die Jugendschutzbeauftragte.

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