Umwelt- und Bauausschuss wird in Sachen Erdöl diskutieren

Leckage bei Hankensbüttel rückt auf politische Agenda

+
Nach dem nächsten Leck in einer Ölleitung bei Hankensbüttel am vergangenen Donnerstag kommt die Leckage nun auf die politische Agenda.

Hankensbüttel – Nach dem erneuten Ölleitungs-Leck an der K 7 bei Hankensbüttel (das IK berichtete) kommt das Thema Leckagen nun auf die politische Agenda: Auf Antrag des WIH-Ratsherrn Reinhard Weißmann wird sich der Hankensbütteler Umwelt- und Bauausschuss damit beschäftigen.

Bürgermeister Dirk Köllner hat Weißmanns Wunsch nach einer Ergänzung der Tagesordnung in der Sitzung des Ausschusses am 5. September entsprochen. .

Bei der Sitzung wird es um schadhafte Erdölleitungen im Gemeindegebiet gehen. „Eine Angelegenheit von besonderer Dringlichkeit“, wie Weißmann mit Blick auf den jüngsten Vorfall in einer Reihe im gesamten Landkreis (siehe Infokasten) betont.

In den Feldbereichen Hankensbüttel, Lüben und Eldingen betreibt Exxon Mobil etwa 60 Kilometer Feldtransportleitungen, erklärt Unternehmenssprecher Klaus Torp auf IK-Anfrage. Im Bereich Hankensbüttel seien alle Leitungen in den 80er Jahren durch Leitungen aus überwiegend glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) ausgetauscht worden. „Im Bereich Lüben und Eldingen wurden über die letzten 30 Jahre die Leitungen größtenteils in GFK ausgetauscht oder mit einem korrosionsfesten Kunststoffinnenrohr versehen“, sagt Torp. Alle Leitungen würden einer regelmäßigen Kontrolle sowie Zustandsüberprüfung unterliegen und würden bei nicht ausreichender Integrität ausgetauscht.

Die Erdöl- und Erdgasunternehmen in Niedersachsen waren vom Wirtschaftsministerium aufgefordert worden, bis zum 5. August Infos zu ihren Anlagen zu liefern. „Uns liegen die Daten der Unternehmen leider noch nicht vollständig und auch in unterschiedlicher Qualität vor, daher haben wir Nachforderungen gestellt“, sagt Heinke Traeger, Pressesprecherin des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Die Unternehmen hätten bis Ende August, die nachgeforderten Daten zu liefern. „Danach werden wir die Daten so zügig wie möglich auswerten.“ Ziel sei es, sicherzustellen, dass es in Niedersachsen keine ähnlich gelagerten Korrosionen wie an den Einpressbohrungen Emlichheim 132 und 51 (Grafschaft Bentheim) gibt. Bei der Bohrung Emlichheim 132 waren zwischen 2014 und 2018 bis zu 220 000 Kubikmeter Lagerstättenwasser in den Untergrund ausgetreten.

Nach Emlichheim will das Wirtschaftsministerium die Bergaufsicht optimieren: Es hatte daher vom LBEG ein verbessertes Konzept zur Überwachung der Erdöl- und Erdgasunternehmen gefordert. Laut Ministerium stellte das LBEG am vergangenen Freitag im Umwelt- und Wirtschaftsausschuss des Landtags erste Ideen für einen neuen Baustein bei der Bergaufsicht vor. Dazu zählt unter anderem die Erhöhung der Kontrolldichte vor Ort ebenso wie die Einführung eines Bohrloch-TÜVs. Für diesen sollen externe Sachverständige alle zwei Jahre sämtliche Tiefbohrungen in Niedersachsen auf ihre Dichtheit überprüfen.

VON PAUL GERLACH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare