Olympia 2020 ist das große Ziel

Langwedeler Wallach soll nächstes Jahr in Tokio an den Start gehen

Kristy Oatley aus Australien mit ihrem Pferd Du Soleil, das aus Langwedel stammt, bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Im nächsten Jahr will das Duo bei Olympia in Tokio starten. „Das ist das große Ziel“, so Oatley.
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Kristy Oatley aus Australien mit ihrem Pferd Du Soleil, das aus Langwedel stammt, bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Im nächsten Jahr will das Duo bei Olympia in Tokio starten. „Das ist das große Ziel“, so Oatley.
  • Paul Gerlach
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Langwedel/Tokio – „Olympia 2020 ist das große Ziel“, sagt Kristy Oatley. Die Australierin will in Tokio mit ihrem Erfolgspferd Du Soleil, genannt Düse, an den Start gehen. Der Wallach stammt aus der Zucht von Sven Kahrens aus Langwedel und wurde dort 2004 geboren.

Im Juli dieses Jahres wird Oatley vom australischen Verband die Vorgaben für eine Nominierung für Tokio erhalten, sagt sie im IK-Gespräch.

Schon klar sei, dass dort nur noch drei Reiter und Pferde pro Team starten dürfen – statt bislang vier. Oatley ist sich trotzdem sicher, dass Düse und sie die dafür notwendigen guten Ergebnisse werden erziele können. „Ich werde ihn bei den Turnieren gezielt einsetzen.“ 2019 werde insgesamt ein etwas ruhigeres Jahr für sie beide. Das Ziel für Tokio sei, die Finalrunde zu erreichen und unter die Top 15 zu kommen.

Über Düse sagt Oatley: „Er ist immer gut in Form. Man kann auf ihn zählen.“ Fehler seien normal, aber ihr Pferd gebe immer sein Bestes. Klar sei aber auch: „Alle möchten zu Olympia.“

Züchter Kahrens ist ebenfalls zuversichtlich für Tokio und verweist auf die positiven sportlichen Ergebnisse. 74,605 Prozent in der Dressur bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon seien australischer Rekord gewesen, zum Jahresende sei dies noch durch 79,33 Prozent beim Dressur-Weltcup im Salzburger Messezentrum getoppt worden. Mit Blick auf das große Ziel Tokio gehe es für das Duo vor allem nun darum, die Belastung passgenau zu steuern.

Achim Schacke, Vorsitzender des Pferdezuchtvereins Wittingen, sagt über Düse: „Das ist eines der erfolgreichsten Pferde hier aus der Region.“ Er habe dessen Erfolge daher bei der Jahreshauptversammlung des Vereins kürzlich gesondert herausgestellt. „So etwas hat man nicht allzu oft.“ Ansonsten sei da nur Don Johnson zu nennen, ein Hannoveraner aus dem Stall des Lingwedeler Züchters Adolf Meyer. Unter Reiterin Isabell Werth ist er ebenfalls ein Top-Pferd, das aus dem Isenhagener Land stammt. „Das sind zwei Knaller“, hält Schacke fest. Olympia sei schließlich nur alle vier Jahre, das sei daher auch für die Züchter ein Highlight.

Über Düse, das Olympia- und Weltmeisterschaftspferd, heißt es, dass es die Arbeit liebe. Schon als junges Pferd sei er kaum zu bremsen gewesen. Den Fuchs machte die Abstammung De Niro-Caprimond schon als Fohlen interessant – und tatsächlich schaffte er es dann auch bis in die Spitze des Grandprix-Sports. Oatley sagt über ihn, dass er extrem personenbezogen und verschmust sei, aber auch sehr eifersüchtig. Daher ist Düse morgens gleich als Erster mit dem Ausritt dran.

Oatley trainiert im schleswig-holsteinischen Büchsenschinken bei Reinbek mit ihrer Bereiterin Steffanie Hilger acht Pferde. Oatley gehörte mit Du Soleil zum australischen Team bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio und bei der WM in Tryon in 2018. In 2020 soll es nun wieder Olympia sein: Die Unterstützung aus dem Isenhagener Land ist ihnen gewiss.

VON PAUL GERLACH

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