Bürger wollen auch eine BI gründen / Widerstand entzündet sich am Buschfeld

Langwedel: Protest gegen Gebühren

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Bürger in Langwedel wollen nun auch eine Bürgerinitiative gründen: Hintergrund ist die geplante Erneuerung der Straße Am Buschfeld über die Dorfentwicklung. Auf manchen Anlieger käme dabei eine fünfstellige Summe zu, heißt es.

Langwedel – In Wesendorf gibt es schon eine, in Emmen kommt heute voraussichtlich eine dazu und nun will sich auch in Langwedel eine formieren: Denn dort soll sich eine Bürgerinitiative gegen Straßenausbaubeiträge gründen und diese will ein Bürgerbegehren initiieren.

Hintergrund ist die geplante Erneuerung der Straße Am Buschfeld über die Dorfentwicklung (das IK berichtete).

Die Planungen fürs Buschfeld reichen schon Jahre zurück. Gleich zu Beginn hatten die Anlieger ihrem Unmut über die hohen Kosten Luft gemacht. Ihr Vorwurf: Der Rat habe alles über sich ergehen lassen und fünf Jahre lang geschwiegen. „Bereits Ende 2013 wurde uns zugesichert, dass mit uns über eine für alle verträgliche Lösung gesprochen wird, diese Gespräche fanden bislang nicht statt“, sagt Manuela Schmidt.

Nachdem sich die Kosten über ein mögliches Dorferneuerungsprogramm im Vergleich zum Dezember 2013 um 80 Prozent erhöht hätten – von 204.000 auf 370.000 Euro –, würden nun viele Anwohner vor „enormen finanziellen Problemen“ stehen, kritisiert die Gruppe. Unabhängig davon, ob man überhaupt in den Genuss einer Förderung gelange, werde „die Neubaumaßnahme zur Farce“. Denn auch abzüglich der Förderung müssten die betroffenen Bürger zu einem großen Teil für die Kosten über die Beiträge aufkommen. „Wir prüfen, – ähnlich wie in Wesendorf – eine Bürgerinitiative mit dem Ziel eines Bürgerbegehrens zu gründen. Wir sind zuversichtlich, die nötigen Stimmen zu erhalten.“

Im Dezember 2013 hatten bei einer Unterschriftensammlung 40 Anlieger den Rat aufgefordert, eine kostengünstige Variante zu erarbeiten. Diese Alternative sei nicht diskutiert worden, heißt es nun. Vielmehr sei vom Rat über die Dorfentwicklung ein Antrag mit Gesamtkosten von 370.000 Euro verabschiedet worden. Der Anliegeranteil würde dabei knapp 80.000 Euro betragen. Für die Anlieger bedeute dies – abhängig von der Länge des Grundstücks – Kosten in fünfstelliger Höhe.

Die Straße Am Buschfeld ist bekanntlich in keinem guten Zustand. 

Die Anlieger halten fest: Am Buschfeld sei Zufahrt zum Friedhof, zur Feuerwehr, zum Sportplatz, zum Gasthaus Heidekrug und zum Ferienhausgebiet. Die Straße werde von allen Dorfbewohnern und auch vom Schwerlastverkehr genutzt. Trotz alledem werde sie als Anliegerstraße abgerechnet. „Für uns ist nicht nachvollziehbar, warum diese Straße neugebaut werden soll, die Sanierung wurde nie gutachterlich geprüft.“ Der Erhalt der Infrastruktur sei eine Aufgabe der Gemeinde. Dies komme allen zugute und müsse daher auch von der Kommune getragen werden.

Bürgermeister Bernd Rodewald will sich zur Thematik äußern, wenn er die Argumentation der Anlieger in Gänze kennt, sagte er auf IK-Anfrage.

VON PAUL GERLACH

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