Info-Flyer für Mitbürger erstellt

Ehepaar aus Langwedel engagiert sich für den Glasfaser-Ausbau

Dirk und Kerstin Kahrens aus Langwedel.
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Kümmerer Dirk Kahrens aus Langwedel und seine Ehefrau Kerstin machen sich für den Glasfaser-Ausbau stark: Sie hoffen, dass die Mindestquote erreicht wird.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
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Langwedel – Ein Drittel des Weges ist geschafft, aber er ist noch lang und steinig: Im Glasfaser-Vermarktungsgebiet 2 (Samtgemeinden Hankensbüttel und Wesendorf sowie die Stadt Wittingen) liegt die Quote der ausbauwilligen Haushalte erst bei 20 Prozent. Die Frist läuft noch bis zum 27. Mai. Wo die Probleme liegen, die Digitalisierung auf dem Land voranzutreiben, und welche Bedenken manche ihrer Mitbürger umtreiben, bekommen Dirk Kahrens und seine Ehefrau Kerstin gut mit.

Dirk Kahrens hat sich über den SV Langwedel bei Betreiber Giffinet als Kümmerer registriert. Davon hat er persönlich nichts – abgesehen von dem Umstand, dass Familie Kahrens dann auch wie alle interessierten Haushalte in dem Cluster die Möglichkeit für den Anschluss erlangt. Dafür muss aber die Mindestquote von 60 Prozent erreicht werden, die für einen Ausbau ohne Förderung generell nötig ist. Als Kümmerer leistet Dirk Kahrens gemeinsam mit seiner Frau engagierte Überzeugungsarbeit. So haben sie – zusätzlich zu beratenden Gesprächen bei zufälligen Begegnungen im Ort – einen Flyer erstellt und in die Briefkästen in Langwedel gesteckt, der Argumente auflistet – insbesondere für Ü 65-Bürger –, warum der Ausbau für sie von Interesse sein sollte (siehe Infokasten). „Für den Normalo bleibt vieles offen an Fragen“, sagt Kerstin Kahrens. Das sei ihre Erfahrung – trotz der Informationsveranstaltungen, die der Betreiber in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt hatte. Daher müsse man sich die nötigen Informationen wie Puzzleteile zusammensuchen. Als sie das erledigt hatten, seien sie auf die Idee gekommen, all diese Antworten auf ihre Fragen in dem Flyer zusammenzustellen und auch den Mitmenschen zur Verfügung zu stellen. „Wir dürfen uns nicht die Zukunft verbauen. Wenn wir diese Chance liegen lassen, verstehe ich die Welt nicht mehr. Das ist so entscheidend.“

Bei Bürgern, die den Glasfaser-Ausbau unterstützen, herrscht das Gefühl vor, dass sich die Region nicht abhängen lassen dürfe. Die Sorge lautet: Wenn die Gemeinden jetzt nicht mit an den Start kommen, werden sie keinen Glasfaseranschluss mehr bekommen. Denn es sei fraglich, welches Unternehmen auch die unangepassten Reste der anderen übernehmen wolle.

Dass man quotentechnisch nun erst bei 20 Prozent liegt, empfindet das Langwedeler Ehepaar als „alarmierend“ und rührt daher die Trommel. Von Älteren würden sie teils widergespielt gekommen: „Glasfaser ist mir egal.“ Manchen würden auch die derzeitige Leitungskapazität als ausreichend empfinden und hätten Angst vor den zusätzlichen Kosten. Andere haben eine Hemmschwelle, was die Kündigung des Altvertrages angeht.

Kerstin Kahrens hält den finanziellen Mehraufwand über zwei Jahre von 600 Euro im Vergleich zum Standardtarif für vertretbar und überschaubar. Selbst wenn man danach wieder den Anbieter wechseln sollte, habe man dann aber den Glasfaser-Anschluss. „Und die Immobilie hat keinen Wertverlust.“ Sie stelle sich daher die Frage, ob die Dringlichkeit des Themas allen bewusst sei, und wünscht sich auch verstärkte Anstrengungen und Unterstützung durch die Politik. Der Ort und die Region würden für die junge Generation sowie alle anderen Internetnutzer, im Homeoffice Arbeitenden und die Gewerbetreibenden durch den Glasfaser-Anschluss attraktiv bleiben. Ohnehin würden die Datenmengen für die Internetnutzung in den vergangenen Jahren schon exponentiell ansteigen. In näherer Zukunft erfolge dann sicherlich auch mal der Kontakt zum Arzt per Videotelefonie oder die Technik sei für medizinische Anwendungen zukünftig nötig. Auch durch Homeschooling und Homeoffice ist das Datenvolumen angestiegen.

Beim Verlegen der Wasseranschlüsse in den 1920er Jahren sei man auch nicht nur nach Wirtschaftlichkeit vorgegangen, sagt Dirk Kahrens. Breiband gehöre zur Infrastruktur wie Strom und Wasser. Angesichts von Videokonferenzen im schulischen Bereich würden Schüler ohne diese Infrastruktur abgehängt.

Für jeden Vertragsabschluss, bei dem Dirk Kahrens’ Kümmerer-Nummer angegeben ist, gibt es 25 Euro für gemeinnützige Zwecke. Das Geld soll später hälftig an den SV Langwedel und die Lingwedeler Wehr gehen. Bei Rückfragen von Interessierten zur Gesamtthematik ist der Kümmerer unter pauli3105@web.de zu erreichen.

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