Medienwerkstatt präsentiert „Preview“ der Doku über Flieger des Kampfgeschwaders 66

Mit Kurs aufs Isenhagener Land

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Nach dem Kriegsende 1945 blieben einige Flieger des Kampfgeschwaders 66 im Isenhagener Land.

Steinhorst/Groß Oesingen. „Ein wahrhaft gelungenes Werk“, so urteilten die Mitwirkenden der Dokumentation „Kurs Isenhagener Land“.

Flieger des Kampfgeschwaders 66 (KG 66) ließen sich nach Kriegsende 1945 im Isenhagener Land nieder und bauten sich neue Existenzen auf – die Geschichte dazu ist durch Ulrich Willier und Thorsten Heinze von der Medienwerkstatt Isenhagener Land perfekt zusammengestellt worden.

Ulrich Willier von der Medienwerkstatt Isenhagener Land (r.) gab die Einführung in die Vorpremiere der Flieger-Dokumentation und nahm einige Korrekturen auf.

Den Mitwirkenden, Zeitzeugen der ehemaligen Flieger und deren Angehörigen wurde jetzt im Gasthof Heine in Steinhorst die tief beeindruckende Dokumentation vorgestellt, um sich einen ersten, inhaltlichen Eindruck zu verschaffen. „Wir zeigen den 62-Minuten-Film auf Leinwand und versprechen uns von Ihrer kritischen Sichtung das Auffinden inhaltlicher Fehler und anderer Verbesserungsvorschläge, um den Film dann endgültig fertigstellen zu können“, sagte Willier in seiner Einführung und betonte, dass die Fakten sowie die klaren Aussagen der ehemaligen Flieger sowie derer Angehöriger wichtig seien, um nachfolgenden Generationen ein Stück Geschichte näher zu bringen und zu erhalten.

„Zwei Jahre lang haben wir an der Dokumentation gearbeitet“, sagte auch Manfred Trunt aus Groß Oesingen, dessen Vater einer der Flieger des KG 66 war und nach dem Krieg ein neues Zuhause in Groß Oesingen suchte und fand. Acht Zeitzeugen wurden innerhalb der beiden Jahre interviewt, Dokumente, Bilder, Fliegerunterlagen wie Flugbücher, Herkunftsmerkmale und vieles andere mehr zusammengetragen, gesichtet und analysiert, um es in die Dokumentation einfließen zu lassen.

So kommen die ehemaligen Flieger zu Wort: Dr. Rudi Prasse aus Groß Oesingen, der Flugzeugführer Harry Wende aus Hattingen im Ruhrgebiet, Heiner Müller aus Zahrenholz – der das Kriegsende als Jugendlicher erlebte und sich mit der Materie auseinandersetzte – sowie die Söhne und Töchter der Flieger Otto Ebersberger aus Knesebeck, Ernst Güß aus Steinhorst, Harald Hansen aus Räderloh, Paul Trunt aus Groß Oesingen und Klaus Schwirtlich aus Steinhorst.

Aufgebaut ist die Doku nach dem familiären Hintergrund, Herkunft, Jugend, Berufswunsch und der Militärzeit der jungen Männer, die zwischendurch in Dedelstorf, Groß Oesingen und Steinhorst einquartiert waren.

Aber auch das Kriegsende jedes einzelnen Fliegers des KG 66 und ihrer Kameraden, die den Krieg miterlebt hatten und sich nach dem Krieg neu orientierten und neue Existenzen aufbauten, sind eindrucksvoll in die Dokumentation eingeflossen. Für alle Beteiligten waren es bewegende Momente, die an dem Abend über die Leinwand liefen und die Erinnerungen an die verstorbenen Flieger, Männer, Väter und Großväter erwachen ließen.

Nachdem noch Kleinigkeiten erläutert und besprochen wurden, soll die Dokumentation nach entsprechender Korrektur am Freitag, 18. Juli, um 19.30 Uhr im Gasthof Heine in Steinhorst der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Von Hans-Jürgen Ollech

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