Ein Spielzeug als Kulturgut: Steinhorster Schulmuseum zeigt Ausstellung zu Käthe-Kruse-Puppen

Aus der Künstlerkolonie in die Kinderstuben

Die Besucher zeigten sich angetan von der Puppen-Vielfalt in den Vitrinen.

nf Steinhorst. Zur Eröffnung der Sonderausstellung „Käthe Kruse und die Reformbewegung“ begrüßte Wolfgang Böser, Leiter des Schulmuseums in Steinhorst, am Freitagabend rund 70 Gäste.

Musikalisch wurde der Abend von der Harfenistin Brigitte Hummel von der Kreismusikschule Gifhorn begleitet.

Böser erläuterte Käthe Kruses Leben, ihre Kunst und ihre Puppen. Und die Museumspädagogin Cortina Teichmann empfahl den Besuchern: „Lassen sie sich verzaubern von der Puppenwelt der Käthe Kruse und tauchen sie in die Welt der Künstlerin ab.“

Teichmann hatte die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit der Käthe-Kruse-Expertin Karin Schrey konzipiert und wurde von vielen Museen mit Leihgaben unterstützt. Gemeinsam mit Böser führte sie die Gäste durch die anschauliche Sammlung.

2010 wurde die berühmteste deutsche Puppe 100 Jahre alt. Angefangen hatte alles kurz vor Weihnachten 1905, als Käthe Kruse mit ihrer ältesten Tochter Marie und der zweiten Tochter Sophie, die damals noch ein Säugling war, in der Künstlerkolonie auf dem Monte Verità in der Schweiz lebte. Marie wollte „auch ein Kind, wie die Mama und die Mutter Maria“ haben. Der Wunsch nach einer Puppe wurde dem Vater der Kinder, dem Bildhauer und Berliner Sezessionisten Max Kruse, mitgeteilt. Der fand die damaligen kommerziell hergestellten Puppen zu wenig kindgerecht und forderte seine Frau auf: „Macht euch doch selber welche!“ Der Rest ist Puppengeschichte.

In der Ausstellung wird die Entwicklung der Käthe-Kruse-Puppen zu den verschiedenen Typen dargestellt. Spielszenen zeigen die Puppen in der Schule oder beim Spielen in der Sandkiste. Sogar Puppen, die früher für die Ausbildung von Krankenschwestern entworfen wurden, um dem Umgang mit Säuglingen zu schulen, sind zu sehen.

„Ich finde die Ausstellungen hier im Steinhorster Schulmuseum immer sehr schön. Auf die heutige habe ich mich besonders gefreut, es schlägt doch in jeder Frau ein Puppenherz“, erzählte Dörthe Pfeffer-Müller, die zusammen mit ihrer Schwiegermutter Ingeborg Müller begeistert vor den Vitrinen stand.

Bis zum 2. September sind die nostalgischen Puppen und die Geschichte der berühmten Puppenmacherin in Steinhorst zu bewundern. Bereits in Wolfenbüttel war die Ausstellung ein voller Erfolg.

Das Schulmuseum hat seine Türen mittwochs bis sonnabends von 14 bis 16Uhr und sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppen nach Anmeldung unter (05148) 4015.

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